Den Kohleausstieg einleiten

Ein elementarer Punkt bei der Fortführung der Energiewende ist der Umgang mit den fossilen Energieträgern, vor allem der Ausstieg aus der Kohleverstromung.
nach Quelle: E&M PowerNews, 16. Juni 2017

Kohlestrom verstopft die Netze und ruiniert die Klimabilanz. „Wir haben eine viel zu große Stromerzeugung aus Kohle“, konstatierte Karsten Sach, Klimaschutzexperte im Bundesumweltministerium bei einer Diskussionsveranstaltung in Berlin. Auch wenn die Erneuerbaren für den Klimaschutz „liefern“, verrringere sich daher der CO2-Ausstoß nicht signifikant. „Der Kohleausstieg muss eingeleitet werden“, betonen DIW-Abteilungsleiterin Claudia Kemfert wie auch Agora-Energiewende-Direktor Patrick Graichen. Laut der Agora-Agenda 2030 müssten bis 2030 pro Jahr 3 GW Kohle-Kapazität abgebaut werden, um zu einer als notwendig erachteten Halbierung zu kommen.
 
„Wir warten darauf, dass die Bundesregierung jetzt endlich mal zu dem angekündigten Runden Tisch einlädt“, so Graichen. „2018 muss das Jahr sein, in dem der Kohleausstiegs-Konsens verabschiedet wird.“ Auch Stefan Kapferer, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung beim BDEW, sagt: „Wir warten darauf, dass wir nach der Bundestagswahl eingeladen werden.“ Der BDEW halte es für sinnvoll, einen Konsens für den Kohleausstieg zu entwickeln, dabei könnten die verschiedenen Aspekte am Runden Tisch diskutiert werden. „Dann kann man auch zu einem gemeinsamen Verständnis kommen“, so Kapferer.
 
Graichen hält darüber hinaus auch für den Wärme- und Verkehrssektor eine nationale Diskussion für notwendig. „Kohle und Erdgas machen 75 % unserer energiebedingten Emissionen aus“, verdeutlicht er. Auch in den Sektoren außerhalb des Stromsektors müsse die Dekarbonisierung durch die Vorbereitung des Ausstiegs aus den fossilen Energieträgern angegangen werden. „Wir brauchen ein nationales Forum Wärmewende und ein nationales Forum Verkehrswende“, sagt Graichen.
 
Autorin: Angelika Nikionok-Ehrlich