EU genehmigt Areva-Beihilfe

Der französische Staat darf die Konsolidierung von Areva mit einer Kapitalzuführung von 4,5 Mrd. Euro unterstützen.
Nach Quelle: E&M Powernews, 10. Januar 2017

Der französische Technologiekonzern Areva wird in Zukunft keine Kernreaktoren mehr bauen. Die EU-Kommission genehmigte am 10. Januar die Umstrukturierung des Unternehmens unter dieser Bedingung. Unternehmerische Fehlentscheidungen und die Schwierigkeiten im Reaktorgeschäft nach der Katastrophe von Fukushima haben die Areva-Gruppe, deren Kapital zu 85 % vom französischen Staat kontrolliert wird, in finanzielle Schwierigkeiten gestürzt. Die französische Regierung hatte deswegen einen Umstrukturierungsplan erarbeitet und diesen 2016 bei der EU-Kommission eingereicht. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit von Areva wieder hergestellt werden. Er sieht den Verkauf verschiedener Unternehmensbereiche, insbesondere des Geschäftes mit Kernreaktoren vor. Es soll von dem ebenfalls staatlichen Elektrizitätsversorger EDF übernommen werden. Areva soll sich darauf konzentrieren, Dienstleistungen im Bereich des Kernstoffkreislaufs anzubieten. Damit leiste die Areva-Gruppe einen Beitrag zur Sicherung der Uranversorgung Europas, heißt es in der Kommission, und sei in der Lage „langfristig ohne staatliche Unterstützung zu wirtschaften“.
 
Durch den Verkauf des Reaktorgeschäftes bringe Areva einen erheblichen Teil der Umstrukturierungskosten selber auf, heißt es in einer Erklärung der Kommission. Dieser Beitrag sei aber an zwei weitere Bedingungen geknüpft. Erstens müsse die Übernahme durch EDF von der Wettbewerbskommissarin positiv geprüft werden. Zweitens müssten auch die technischen Tests des Druckwasserreaktors, den Areva in Flamanville baut, positiv verlaufen. Um den Liquiditätsbedarf des Staatskonzerns bis zum Abschluss dieser Prüfungen zu decken, stellt die Regierung einen Kredit über 3,3 Mrd. Euro zur Verfügung.

Nach Autor: Tom Weingärtner