Altholzkraftwerk in Nürnberg geplant

Der Nürnberger Energieversorger N-ergie will seinen CO2-Ausstoß weiter reduzieren und plant dazu, am Standort Sandreuth ab etwa 2022 mehr Biomasse zu verbrennen.
nach Quelle: E&M powernews, 23.02.2018

Die Planungen für ein zusätzliches Altholz-Kraftwerk sind noch in einem sehr frühen Stadium. 

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Laut dem für die Kraftwerkssparte verantwortlichen Geschäftsführer Norman Villnow will man mit den Informationen trotzdem schon sehr früh an die Öffentlichkeit gehen, um dem Informationsbedürfnis der Bevölkerung nachzukommen. Derzeit führt der Energieversorger Vorgespräche mit den Genehmigungsbehörden, um mögliche Hürden im Genehmigungsverfahren früh zu erkennen.

Mit der zusätzlichen Altholz-Anlage will N-ergie an seinem Heizkraftwerk-Standort Nürnberg-Sandreuth den Einsatz von Erdgas zurückdrängen und die CO2-Emissionen weiter senken. 2005 hatte man das dortige Heizkraftwerk von Kohle auf Gas umgestellt, 2012 kam eine Verbrennungslinie für Landschaftspflegeholz dazu, 2015 ein großer Wärmespeicher, der die Anlage in ihrem Betrieb flexibler machte. Zusätzlich wird Dampf aus der städtischen Müllverbrennung in der Turbine des Kraftwerks zur Strom- und Wärmeproduktion genutzt.

Insgesamt seien mittlerweile 25 % der Strom- und Wärmeerzeugung an dem Standort CO2-neutral, betonte Villnow. Rund 200 000 Tonnen des klimaschädlichen Gases werden dort gegenüber dem Zeitraum vor 2005 jährlich eingespart. Ziel sei es, bis etwa 2023 eine Marke von 40 % CO2-neutraler thermischer Versorgung zu erreichen. Die geplante Altholz-Verbrennung soll dazu eine CO2-Reduktion von weiteren 50 000 Tonnen jährlich ermöglichen.

Geplant ist dazu der Bau eines Kessels, der rund 50 Tonnen Dampf pro Stunde erzeugen kann und dazu jährlich zwischen 50 000 und 70 000 Tonnen Altholz verbrennt. Die Energie kann in der bestehenden Dampfturbine genutzt werden, auch die Mitbenutzung anderer Komponenten des bestehenden Heizkraftwerks ist möglich. Die Investitionssumme könnte nach den bisherigen Überlegungen bei rund 40 Mio. Euro liegen.

Nach den bisherigen Untersuchungen des Energieversorgers gibt es genügend Altholz in der näheren Umgebung. In Nürnberg selbst fallen jährlich rund 50 000 Tonnen an, in der Region etwa 160 000 Tonnen. Das Holz stammt etwa aus der wachsenden Menge von Verpackungsmaterial, zum anderen auch aus Altbauten, die abgerissen oder saniert werden.

Der Brennstoff der Altholz-Klassen A1 bis A4 wird bisher zerkleinert und mit unbekanntem Ziel entsorgt. Für seine umweltgerechte Verbrennung ist eine Rauchgasreinigung nach dem neuesten Stand der Technik nötig, Genehmigungs-Grundlage für die Anlage ist das Abfallrecht.

Damit die Anwohner bei dem sensiblen Thema rechtzeitig eingebunden werden, gab N-ergie bereits jetzt seine Pläne bekannt. Sollten die Vorgespräche mit den Genehmigungsbehörden positiv verlaufen, könnte ab Herbst 2018 ein Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung starten. Villnow schätzt, dass es nach gut einem Jahr beendet sein könnte, danach rechnet er mit etwa zwei Jahren Bauzeit. Die neue Verbrennungslinie wäre dann in den Jahren 2022/23 betriebsbereit.

Autor: Armin Müller