vbew sieht Erneuerbaren-Wachstum kritisch

Trotz einer wachsenden Erneuerbaren-Erzeugung bleibt der Freistaat nach Berechnungen des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (vbew) auf Stromimporte angewiesen.
nach Quelle: E&M PowerNews, 28. November 2016

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Bayern ist im Jahr 2015 von 32,0 auf 34,1 Mrd. kWh gestiegen. Wie der vdew mitteilte, nahm damit der Anteil der Erneuerbaren am bayerischen Stromverbrauch von 35 auf 38 % zu (bezogen auf den Nettostromverbrauch 2013, inklusive Leitungsverluste und Pumpspeicherverbrauch). Den vbew-Daten nach waren Ende 2015 mehr als 500 000 PV-Anlagen mit einer Leistung von 11 300 MW im Freistaat installiert, die erzeugte Strommenge lag bei etwa 11 Mrd. kWh (Vorjahr 10,4 Mrd. kWh). Im Bereich Biomasse lieferten knapp 3 900 Anlagen mit einer Leistung von etwa 1 400 MW rund 8,7 Mrd. kWh (Vorjahr 8,1 Mrd. kWh). Der Beitrag der Wasserkraft (installierte Leistung 2 950 MW) verringerte sich gegenüber dem Jahr 2014 von 11,3 auf 11,2 Mrd. kWh, die Strommenge aus Windkraftanlagen erhöhte sich dagegen von 1,8 auf 2,8 Mrd. kWh. Die Erzeugung aus Geothermie und anderen Energieträgern lag unverändert bei 0,4 Mrd. kWh. Nach vbew-Schätzungen werde der Anteil der Erneuerbaren am bayerischen Stromverbrauch bis zum Jahr 2025 auf 40 % ansteigen, allerdings würden mit dem Kernenergieausstieg Ende 2022 etwa 4 000 MW an gesicherter Erzeugungsleistung in Bayern wegfallen.

Insgesamt sei die Stromerzeugung in Bayern seit dem Jahr 2012 rückläufig, stellt der Verband weiter fest. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Zunahme der Erneuerbarenerzeugung den Rückgang der Stromerzeugung aus Kernkraft und Erdgas im Jahressaldo nicht mehr ausgleichen könne. Damit sei der Freistaat seit 2013 zum Stromimportland geworden. Dieser Trend werde sich in den nächsten Jahren voraussichtlich noch weiter verstärken. „Wir sind in Bayern künftig noch stärker auf eine gute Einbindung in den europäischen Strommarkt angewiesen, damit wir Industrie, Gewerbe und Bürger weiterhin zuverlässig rund um die Uhr mit Strom versorgen können“, so der vbew-Vorsitzende Wolfgang Brandl.

Autor: Andreas Kögler