Netzentwicklungsplan untersucht Nachfrage

Die Nachfrage nach Strom könnte sich regional grundlegend ändern. Das ergibt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI).
nach Quelle: E&M PowerNews, 13. Februar 2017

Das Institut hat im Auftrag der deutschen Übertragungsnetzbetreiber in einem Begleitgutachten die Stromnachfrage- und Lastentwicklung für den Zeitraum von 2013 bis 2030 und darüber hinaus analysiert. Das Gutachten wurde im Rahmen des Netzentwicklungsplans (NEP) erstellt. Im NEP analysieren die Übertragungsnetzbetreiber die künftige Netzbelastung sowie den Ausbaubedarf im Übertragungsnetz.

Das ISI-Forschungsteam untersuchte in ihrem Gutachten drei Szenarien. Ausgehend von der Stromnachfrage im Jahr 2013 in Höhe von 523 Mrd. kWh zeige sich in allen Szenarien ein Rückgang oder ein nahezu konstantes Niveau der Stromnachfrage, teilte das ISI mit. In Szenario A führe eine weniger ambitioniert ausgestaltete Energiepolitik zu einem gedämpften Rückgang der Stromnachfrage bis 2030 auf etwa 504 Mrd. kWh. Das Szenario B zeige einen nahezu kontinuierlich sinkenden Trend auf etwa 490 Mrd. kWh, der im Wesentlichen durch den Effizienzfortschritt bei bestehenden Technologien bedingt ist. Den geringsten Rückgang der Stromnachfrage gibt es im Szenario C, „weil sich die Effizienzsteigerungen und die Verbreitung neuer Technologien im Wesentlichen gegenseitig kompensieren und somit die Stromnachfrage 2030 auf demselben Niveau liegt wie im Jahr 2013.“

Bei der Betrachtung der Stromnachfrage bis 2050 zeige sich, dass es mittel- und langfristig zu einem signifikanten Anstieg der Stromnachfrage kommen könne, so das ISI weiter. Der Grund dafür ist die Sektorkopplung mit einer zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen. Zudem zeigt die Analyse, dass die Ergebnisse wesentlich durch die regional unterschiedliche Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklungen beeinflusst werden. Städtische Regionen und angrenzende Gebiete verzeichnen prinzipiell eine wachsende Stromnachfrage, während ländliche Regionen eher schrumpfende Tendenzen aufweisen.

Autor: Stefan Sagmeister

Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/isi-de/

Zum Begleitbericht:
http://www.isi.fraunhofer.de/isi-wAssets/docs/e/de/publikationen/Fraunhofer_ISI_2017_Netzentwicklungsplan_Strom.pdf
(PDF, 6,2 MB)