Dekarbonisierungspotential von Erdgas nutzen

Das Gasnetz und die erneuerbare Perspektive durch Power-to-Gas könnten zu gefragten Assets der Gaswirtschaft für die Energiewende werden.
Nach Quelle: E&M Powernews, 9. November 2016

Die Gaswirtschaft stehe zwar wegen der Klimaschutzerfordernisse vor einer Zeitenwende, sie werde aber wegen ihrer Infrastruktur weiter gebraucht, macht Professor Thomas Bruckner der Branche Mut. „Die Netze sind das, was man im Hintergrund braucht“, sagte der Direktor des Instituts für Infrastruktur und Ressourcenmanagement der Universität Leipzig beim Gaskongress GAT des DVGW am 8. November in Essen.

Erdgas könne mittelfristig im Strom- und Verkehrssektor noch eine wichtige Rolle spielen. „Gas hat gute Chancen, eine Brücke zu sein“, erklärte Bruckner. Doch das Klimaschutzabkommen von Paris mache einen vollkommenen Verzicht auf den fossilen Energieträger bis 2050 erforderlich. Power-to-Gas dagegen werde unter diesen Bedingungen attraktiv und zu einer guten Chance für die Gaswirtschaft. Er sehe das Bild deshalb „gar nicht so schwarz“, wie es manchmal dargestellt werde.

Erdgas könne einen deutlichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Energieversorgung leisten und eine Brücke in eine vollständig erneuerbare Zukunft bilden, bekräftigte auch Thorsten Herdan, Abteilungsleiter für Wärme und Effizienz im Bundeswirtschaftsministerium. Der Branche müsse jedoch klar sein, dass der fossile Energieträger irgendwann nicht mehr gebraucht werde. Herdan sieht auch gute Perspektiven für das Netz und sprach sich dagegen aus, nur auf die Elektrifizierung aller Energieverbrauchsbereiche zu setzen. Der Klimaschutzplan werde nicht so gestaltet sein, dass er Gas schnell aus dem Energiemx drängen werde.

Das nannte Gerald Linke eine „weise Entscheidung“. Erdgas mache ein „enormes Dekarbonisierungspotential“ verfügbar, so der Vorstandsvorsitzende des GAT-Veranstalters DVGW. Die Politik kritisierte Linke dafür, keine Impulse für die Nutzung des Dekorbonisierungspotentials von Erdgas im Wärme- und Verkehrsbereich zu setzen.

Nach Autor: Peter Focht