Eon testet Inselnetz in Schweden

In Schweden will der Energiekonzern Eon einen kleinen Ort vom öffentlichen Netz unabhängig machen.
nach Quelle: E&M PowerNews, 19. Oktober 2017


Bildquelle: Fotolia©zlikovec

Der Ort Simris in der Region Scania (Südschweden) soll seinen Strombedarf künftig selbst decken können. Das ist die Zielsetzung eines Eon-Projektes, in dem alle rund 140 Haushalte des Ortes ihren Strom vollständig über erneuerbare Quellen beziehen sollen. Das teilt das Unternehmen mit.
Dazu setzt Eon auf die Kombination aus Windkraft (500 kW) und Photovoltaik (440 kW). Die durchgehende Energieversorgung wird durch eine Batterieanlage mit 800 kW unterstützt.
Die Bewohner sollen vor Ort zum Netzausgleich beitragen, indem sie mit ihren Solar- und Batterieanlagen Energie erzeugen. Zugleich sollen die Verbrauchsgeräte wie etwa Wärmepumpen in ihrer Last regelbar sein, so Eon. Auf einer speziellen Eon-Webseite sollen sich die Bewohner über die Stromerzeugung, den Verbrauch im Ort und die Ladung und Entladung ihrer Batterie in Echtzeit informieren. Insgesamt sei das System in der Lage, Stromspitzen gezielt auszugleichen und die Erzeugung wirtschaftlicher zu gestalten. Sollte es während des Projekts Probleme in der Versorgung geben, könne der Ort ohne spürbare Verzögerungen wieder an das regionale Netz angeschlossen werden.
Der Feldversuch in Simris ist Teil eines EU-Vorhabens von 20 Projektpartnern unter dem Namen „Interflex“, das sechs Netzprojekte in Europa umfasst und Anfang des Jahres startete. Dabei sollen verschiedene Netztechnologien untersucht werden, um Netzengpässe zu beseitigen und um den weiteren Ausbau regenerativer Energien in der Versorgung zu ermöglichen. Die Projekte laufen über drei Jahre.
Autor: Jonas Rosenberger
 
Zu einer vertiefenden Beschäftigung mit dem Thema bietet das Cluster-Forum Inselnetze und Versorgungssicherheit am 7. und 8. November in Augsburg eine hervorragende Gelegenheit.