Netzentwicklungspläne 2017-2030 und Umweltbericht

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben am 2. Mai ihre überarbeiteten Entwürfe des Netzentwicklungs­plans Strom (NEP) und des Offshore-Netzentwicklungs­plans (O-NEP) für das Zieljahr 2030 zur Prüfung vor­gelegt.
nach Quelle: Bedarfsmitteilung Bundesnetzagentur, August 2017

Die Bundesnetzagentur prüft diese Entwürfe und stellt sie nun zusammen mit ihren vor­läufigen Prüfungsergebnissen sowie dem Entwurf eines Umweltberichts zur Konsultation.
Netzentwicklungspläne
Die Pläne listen Optimierungs-, Verstärkungs- und Ausbaumaßnahmen im Über­tragungs­netz sowie bei den Anbindungsleitungen für Offshore-Windparks auf, die aus Sicht der ÜNB bis zum Zieljahr 2030 notwendig sind. Grundlage dafür ist der Szenariorahmen 2030.
Der aktuelle Netzentwicklungsplan greift die Kernpunkte der jüngsten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf. Unter anderem ergaben sich Änderun­gen bei den Ausbaupfaden und der räumlichen Verteilung der Windenergie- und Biomasseanlagen. Auch die Entwicklungen bei Speichern, bei der Sektoren­kopplung zwischen Strom, Wärme und Verkehr und bei der flexiblen Nutzung und Bereit­stellung von Strom fließen in die Planung ein.
Die bisherige Prüfung deutet darauf hin, dass die bereits im Bundesbedarfsplan­gesetz ausgewiesenen Vorhaben weiterhin als energiewirtschaftlich notwendig und vordringlich einzustufen sind. Die ÜNB schlagen in ihrem NEP-Entwurf vor, darüber hinaus bis zum Jahr 2030 keine zusätzlichen Leitungen zur Hochspannungs-Gleich­strom-Übertragung (HGÜ) zu errichten und stattdessen Wechselstromverbindungen zu verstärken oder neu zu errichten. Allerdings wird sich mittel- bis langfristig die Frage stellen, ob und gegebenenfalls wo weitere großräumige HGÜ-Verbindungen zur sinn- und maßvollen Erweiterung des Übertragungsnetzes in Betracht kommen.
Daher spricht sich die Bundesnetzagentur dafür aus, zunächst nur solche Maß­nahmen zu bestätigen, die unabhängig von künftigen Technik-Entscheidungen in jedem Fall sinnvoll und nachhaltig sind. Insgesamt hält sie nach aktuellem Stand der Prüfung 90 der 160 von den ÜNB vorgeschlagenen Maßnahmen für erforderlich. Darunter sind 30 zusätz­liche (über den Bundesbedarfs­plan hinausgehende) Maß­nahmen, von denen lediglich zwei in neuer Trasse geplant sind. Für die Anbindung von Offshore-Windparks sieht die Bundes­netzagentur zusätzlich zum bestätigten Offshore-Netz­entwicklungs­plan 2025 je zwei Anbindungssysteme in Nord- und Ostsee als erforderlich an.

Weitere Informationen: https://www.netzausbau.de/bedarfsermittlung/2030/nep-ub/de.html