Vernetzt installiert

Bei einer Versorgung von Neu- und Altbauten aus BHKW und Kesseln kann es sinnvoll sein, getrennte Wärmenetze zu installieren.
nach Quelle: E&M PowerNews, 24. August 2017


Bildquelle: Fotolia©Marco

Welche Vorteile es haben kann, nicht alle Wärmeversorger an einen Strang anzuschließen, haben die Stadtwerke Dresden (Drewag) bei ihrem Projekt „Nahwärmeinsel Rathaus Pieschen“ demonstriert, das Anfang dieses Jahres in Betrieb ging.

Ausgangspunkt der Überlegungen ist die gemischte Bebauung mit alten und neuen Gebäuden. An diese werden unterschiedliche gesetzliche Anforderungen gestellt, denen man am besten gerecht wird, wenn man die Wärmeerzeugung auf das jeweilige Gebäude abstimmt.
 
So müssen beispielsweise Neubauten nach dem EEWärmeG zu einem bestimmten Prozentsatz mit erneuerbaren Energien heizen; die Höhe des Anteils hängt davon ab, welche erneuerbare Energiequelle genutzt wird. Als Ersatzmaßnahme akzeptiert der Gesetzgeber Wärme aus KWK-Anlagen, wenn sie mindestens 50 % des Gebäudebedarfs deckt.
 
Bei der Drewag achtete man deswegen darauf, die Abwärme aus dem BHKW nicht mit dem Vorlauf des Gasbrennwertkessel zu vermischen. In dem Nahwärmeareal Rathaus Dresden-Pieschen sind zwei Module von EC-Power mit je 20 kWel und 40 kWth installiert. Deren Wärme kommt jetzt über eine Vorrangschaltung zum Neubau Markus-Passage. Damit wird dort die Pflicht zur Nutzung von 15 % erneuerbaren Energiequellen oder 50 % KWK-Wärme erfüllt. Die Wärme aus den Brennwertkesseln leiteten die Dresdner in ein bestehendes Verwaltungsgebäude.
 
Die Wärmeversorgung im Neubau kann man noch optimieren, wenn man den Anteil der KWK-Wärme auf 70 % erhöht. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) setzt dafür einen Primärenergiefaktor von 0,7 an. Damit kann an dem Gebäude die teuere Wärmedämmung an der Fassade kostengünstiger gestaltet werden. Die Einsparungen bei der Wärmedämmung gleichen die Mehrkosten für das größere BHKW leicht aus, hat die Drewag errechnet. Nur ein eventueller Wärmeüberschuss aus der KWK-Anlage fließt jetzt in die Bestandsgebäude.

Autor: Armin Müller