E-Mobilität mit Klimaschutzvorsprung

Elektroautos könnten schon mit dem heutigen Strommix zum Klimaschutz beitragen. Für klimaneutrale Mobilität ist jedoch ein verstärkter Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung nötig.
nach Quelle: E&M PowerNews, 28. August 2017


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Die Elektromobilität weist schon heute eine vorteilhaftere Klimabilanz als konventionelle Fahrzeuge auf. Und das obwohl der heutige Strommix nur zu gut 30 Prozent aus Erneuerbaren besteht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Öko-Instituts. Doch bis Elektroautos klimaneutral unterwegs sein werden, sei noch viel zu tun, so die Wissenschaftler.
Bis zum Jahr 2030, wenn deutlich mehr Elektroautos statt Benzin- und Dieselfahrzeuge auf den Straßen fahren sollen und es einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung geben wird, nehme der Vorteil weiter zu, prognostizieren sie. Dann könnten jeder Tonne CO2, die für die Nutzung eines Elektrofahrzeugs anfällt, zwei im Verkehr eingesparte Tonnen Treibhausgas gegenüberstehen.
Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschriebenen und im Klimaschutzplan 2050 bestätigten Ziele für den Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien (EE) am Bruttostromverbrauch werden laut der Analyse zwar mittelfristig den Klimavorteil von Elektrofahrzeugen erhöhen, aber nicht ausreichen, um zu einer klimaneutralen Mobilität zu kommen. „Wenn durch die Elektromobilität künftig der Strombedarf wächst, müssen die benötigten Mengen für den Ausbau der Erneuerbaren insgesamt nach oben gesetzt werden“, empfiehlt Studienautor Peter Kasten. „Nur so kann die Elektromobilität einen stärkeren Beitrag zum Klimaschutz leisten als heute.“
Er plädiert deshalb dafür, dass Autofahrer, Autoindustrie und Ladeinfrastrukturbetreiber außerhalb des EEG-Finanzierungsrahmens erneuerbare Erzeugungskapazitäten aufbauen. Damit würden mehr erneuerbare Energien hinzukommen, Fahrzeughersteller und -nutzer könnten so einen noch höheren Klimaschutzbeitrag leisten.
In Handlungsempfehlungen an die Politik schlägt das Öko-Institut vor, die Ausschreibungsmengen im EEG zu erhöhen, fossile Kraftstoffe als eine der Hauptquellen von Treibhausgasemissionen stärker mit Abgaben zu belasten, aber auch die Belastung von Fahrstrom mit der EEG-Umlage beizubehalten, um die Kosten gleichmäßig zu verteilen.
Für die Studie „Wissenschaftliches Analyse- und Dialogvorhaben zur Sicherstellung des Klimavorteils von Elektromobilität“ für das Bundesumweltministerium hat das Öko-Institut zwischen 2014 und 2017 die Wechselwirkungen zwischen Elektromobilität und Stromerzeugung analysiert. 
 
Autor: Peter Focht