Energieforschung legt deutlich zu

Die Bundesregierung hat ihre Ausgaben für die Energieforschung seit 2006 mehr als verdoppelt und im vergangenen Jahr 875,98 Mio. Euro Steuergeld in diesen Bereich investiert.
nach Quelle: E&M PowerNews, 28. April 2017
Das geht aus dem Bundesbericht Energieforschung 2017 hervor, den die Bundesregierung dem Bundestag vorgelegt hat. Danach waren 2006 noch 399,31 Mio. Euro für die Energieforschung ausgegeben worden. In ihrem Bericht hebt die Bundesregierung hervor, dass mittlerweile fast ein Drittel des Stroms aus Wind-, Solar-, Wasser- und Biomasseanlagen stammt. Die erneuerbaren Energien sind somit inzwischen die wichtigste Stromquelle. Auch der Primärenergiebedarf ist in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken und gab im Zeitraum von 2008 bis 2014 um 8,3 % nach. Grundlage dafür habe eine Vielzahl an Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gegeben, die von der Bundesregierung unterstützt wurden, heißt es in dem Bericht.
 
So konnten durch Forschungsarbeiten, etwa im Bereich der Windenergie, die Stromerzeugungskosten in den letzten 20 Jahren um insgesamt 60 Prozent gesenkt werden. Nun werde nach innovativen Lösungen gesucht, um die Stromerzeugungskosten für Offshore-Windstrom weiter absenken zu können. Derzeit sei die Stromerzeugung auf See immer noch doppelt so teuer wie an Land. Seit 2006 sind die Forschungsausgaben im Bereich Windenergie von 38,42 Mio. Euro auf 86,24 Mio. Euro erhöht worden, im Bereich Photovoltaik zogen die Förderungen von 67,08 Mio. auf 116,57 Mio. Euro im vergangenen Jahr an. Im Bereich Energiespeicherung unterstützt die Bundesregierung gegenwärtig 259 Forschungsprojekte, um etwa die Entwicklung neuer Batterien voranzubringen.
 
Trotz des beschlossenen Kernenergieausstiegs unterstützt die Bundesregierung aber auch weiterhin die Fusionsforschung, weil Deutschland im Bereich der Kernfusion über ein im internationalen Vergleich herausragendes wissenschaftliches Niveau verfüge. Deshalb werde auch der Bau des internationalen Fusionsreaktors ITER in Frankreich weiter unterstützt. Deutsche Firmen und Forschungsinstitute haben laut dem Regierungsbericht bisher Aufträge für ITER in einem Volumen von 500 Mio. Euro eingeworben. Für die Kernfusion wurden zwischen 2012 und 2016 insgesamt 533,57 Mio. Euro im Rahmen der institutionellen Energieforschung bereitgestellt.
 
Autor: Kai Eckert