IEA rechnet mit deutlichem Anstieg der Erneuerbaren

In den kommenden fünf Jahren werden erneuerbare Energien die weltweit am schnellsten wachsende Energiequelle für Strom sein.
nach Quelle: E&M Powernews, 25. Oktober 2016

Das prognostiziert die Internationale Energieagentur (IEA).

Angesichts der Tatsache, dass 2015 ein Rekordjahr für die erneuerbaren Energien war, hat die IEA in ihrem neuen Medium Term Renewable Market Report ihre 5-Jahres-Prognose um 13 % nach oben korrigiert. Sie erwartet nun, dass ihr Anteil an der globalen Stromerzeugung von 23 % im Jahr 2015 auf 28 % im Jahr 2021 steigt. „Wir sind Zeuge einer Transformation der globalen Strommärkte durch die Erneuerbaren, und wie auch in anderen Bereichen, verlagert sich das Gravitationszentrum für das Erneuerbaren-Wachstum hin zu den Schwellenländern“, sagt IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol.

Das vergangene Jahr sei ein Wendepunkt gewesen: Erneuerbare stellten mit dem Rekord von 153 GW mehr als die Hälfte der neu installierten Stromerzeugungskapazität, ein Plus von 15 % gegenüber dem Vorjahr. Der Löwenanteil entfiel mit 66 GW auf Wind und 49 GW auf Photovoltaik. Weltweit wurden täglich etwa eine halbe Million Solarpaneele neu installiert. In China, auf das 40 % der gesamten Neuinstallationen entfielen, wurden in jeder Stunde zwei Windturbinen neu aufgestellt, so die IEA.

Umweltverbesserungen und Diversifizierung als Treiber

Diese Entwicklung führt die Organisation auf mehrere Faktoren zurück: mehr Wettbewerb, gesteigerte politische Unterstützung in Schlüsselmärkten sowie die technologischen Verbesserungen. „Der Klimawandel ist zwar ein wesentlicher Treiber für die Erneuerbaren, aber nicht der einzige“, konstatiert die IEA. „In vielen Ländern spielen der Stopp der todbringenden Luftverschmutzung und die Diversifizierung der Energieversorgung im Interesse der Versorgungssicherheit eine ebenso große Rolle, vor allem in Asien.“

In ihrer Mittelfrist-Prognose erwartet die IEA, dass Erneuerbare mehr als 60 % der neuen Stromkapazitäten abdecken werden und damit „schnell“ gegenüber der Kohle aufholen. Die Ökostromerzeugung würde laut den Angaben im Jahr 2021 global 7 600 Mrd. kWh betragen. Das entspricht der gesamten aktuellen Stromerzeugung Europas und der USA zusammengenommen.
Trotz dieser optimistischen Prognosen sieht die IEA kritische Punkte: „In zu vielen Ländern verlangsamt politische Unsicherheit das Tempo der Investitionen in erneuerbare Energien“, heißt es dazu.

Mit Maximierung die Langfrist-Klimziele erreichen

In vielen Entwicklungsländern blieben die Finanzierungskosten eine Barriere. Die Systemintegration der fluktuierenden Wind- und Solarenergie stelle in manchen Ländern ein Problem dar. Und schließlich bleibe der Fortschritt der Erneuerbaren im Wärme- und Transportsektor langsam. „Hier sind bedeutend größere politische Anstrengungen erforderlich“, betont die IEA, die in ihrem Bericht eine Reihe von politischen und marktlicher Rahmenbedingungen anführt, mit denen in den kommenden fünf Jahren sogar ein Anstieg der Erneuerbaren-Kapazitäten auf fast 30 % erreicht werden könnte.

Damit würde bis 2020 ein jährliches Marktwachstum von etwa 200 GW erreichbar, was „die Welt auf einen sichereren Pfad zur Erreichung der langfristigen Klimaziele bringen würde“, heißt es weiter. Aber auch diese höheren Prognosen blieben „bescheiden“ gegenüber dem noch ungenutzten Potenzial der erneuerbaren Energien, unterstreicht Birol. Jedenfalls werde die IEA, so kündigt er an, mit den Regierungen weltweit zusammenarbeiten, „um die Entfaltung der erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren zu maximieren“.
 
 
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