SWM bezeichnen neues Gaskraftwerk als unrealistisch

Die Stadtwerke München (SWM) treten Forderungen nach einem Neubau eines Gaskraftwerkes in der Stadt entgegen.
nach Quelle: E&M PowerNews, 27. Juli 2017

Das städtische Unternehmen weist Pläne zurück, dass es sich konkret mit dem Neubau eines Gaskraftwerks im Münchener Norden beschäftigt. Hintergrund ist die Forderung aus Teilen der Politik und Bevölkerung nach Abschaltung des vorhandenen Kohlekraftwerks am gleichen Standort. Münchener Medien hatten gemeldet, dass die Stadtwerke in einer Aufsichtsratsitzung Mitte Juli einen neues Gaskraftwerk als Ersatz ins Spiel gebracht hätten. Die Aussage sei „komplett falsch“, die SWM prüften den Neubau eines Gaskraftwerkes, teilte das Unternehmen mit.

Umweltorganisationen möchten das Kohlekraftwerk im München Norden aufgrund des hohen CO2-Austosses abschalten. Sie wollen die Bürger in München darüber entscheiden lassen, ob der Steinkohleblock im Heizkraftwerk München Nord bereits 2022 vom Netz gehen soll. Die Initiatoren des Bürgerentscheids „Raus aus der Steinkohle“ haben nach eigenen Angaben Mitte Juli rund 42 000 Unterschriften beim Wahlamt der Stadtverwaltung eingereicht. Das könnte für eine Abstimmung reichen, die Stadt prüft gerade die Listen. Und das Thema beschäftigt damit wieder die städtische Politik und die Medien.
Die Stadtwerke wollen den Kohleblock wegen der damit verbundenen Fernwärmeversorgung und auch aus wirtschaftlichen Gründen bis 2035 weiterlaufen lassen. Wie die SWM mitteilten, sei der Bau eines Gaskraftwerkes zwar ein möglicher, aber doch weltfremder Gedanke. Ob aus planungsrechtlicher Sicht die Fertigstellung einer Gasanlage bis 2022 gewährleistet werden kann, sei mehr als fraglich. Fraglich sei auch, ob der Bevölkerung vor Ort eine gasbefeuerte Anlage in Zeiten der Energiewende vermittelbar sei. Proteste und Klagen seien daher zu erwarten. Zudem sei ein Gaskraftwerk ohne Zuschüsse zurzeit nicht rentabel zu betreiben. „Eine Inbetriebnahme bis 2022 ist daher vollkommen unrealistisch und zudem unwirtschaftlich“, so das Fazit der Stadtwerke.
Die Stadtwerke setzen auf ihr Konzept, die Stadt mit erneuerbarer Wärme in erster Linie durch Geothermie zu beliefern. Der Umbau der Wärmeversorgung auf Erneuerbare-Technologien werde aber noch 20 Jahre benötigen. Ein zu schneller Ausbau der Fernwärme inklusive Leitungen wäre nur mit hohen Kosten und vielen Baustellen in der Stadt verbunden. Der Kohleblock im Münchener Norden „ist daher noch für eine Übergangszeit notwendig.“
 
Autor: Stefan Sagmeister