Final Conference – ABattReLife 2015 und Workshop Reihe Elektromobilität in Bayern

Mobile Energiespeicher für die Elektromobilität

11. Juni 2015, Fraunhofer ISC Würzburg

Bericht

Am 11. Juni 2015 fand in den Räumlichkeiten des Fraunhofer ISC in Würzburg die Abschlussveranstaltung des EU-Projekts ABattReLife in Kombination mit dem Workshop „Mobile Energiespeicher für die Elektromobilität“ statt. Der Workshop ist Teil der von der Projektleitstelle des Schaufensters Elektromobilität Bayern-Sachsen initiierten Workshopreihe „Elektromobilität in Bayern“ und fand in enger Zusammenarbeit mit dem Cluster Automotive statt. Ziel dieser Workshopreihe ist es, die essenziellen Fragestellungen der Elektromobilität interdisziplinär zu adressieren.

Mehr als 60 Experten mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen nutzten die Veranstaltung zum Wissenstransfer und Fachdialog.

EU-Projekt: ABattReLife – Alterungsmechanismen / Second-Life / Recycling

Welche Alterungsmechanismen treten bei HV-Energiespeichern auf? Diese Fragestellung wurde von Simon Schuster, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Elektrische Energiespeichertechnik der TU München und Tobias Bach, Projektmanager am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg im Rahmen des EU-Projekts ABattReLife bearbeitet und im Rahmen der Abschlussveranstaltung vorgestellt. Herr Schuster untersuchte hierbei im Labor die nichtlinearen Alterungsmechanismen von Lithium Ionen Batterien in Abhängigkeit unterschiedlichster Parameter wie Spannung, Stromrate oder Temperatur. Tobias Bach zeigte wie entsprechende Alterungsmechanismen mit der Post-Mortem Analystik – aus werkstofftechnischer Sicht – analysiert und interpretiert werden können.

Das Thema der Zweitverwertung mobiler Energiespeicher wurde von Herrn Bernd Baumgartner, Geschäftsführer der Beck Automation GmbH in Würzburg vorgestellt. Neben bereits abgeschlossenen und aktuellen Projekten verwies Herr Baumgartner darauf, dass eines der essenziellen Themen von Second Life Anwendungen die direkte Verwertung der Fahrzeugbatterien – ohne zusätzliche Umbaumaßnahmen sein wird.

Ein weiterer Teil des EU-Projekts beschäftigte sich mit der Recycelbarkeit von Fahrzeugbatterien. Hierzu wurden am Institut für Mechanische Verfahrenstechnik und Aufbereitungstechnik sowie am Lehrstuhl für Recyclingmaschinen der Technischen Universität Bergbauakademie Freiberg entsprechende Versuche und Untersuchungen durchgeführt. Die hierfür benötigten Batteriemodule/ -zellen stellten zwei ebenfalls am EU-Projekt ABattReLife beteiligte OEMs zur Verfügung. Anna-Martha Gellner zeigte im Rahmen ihrer Präsentation die erarbeiten Prozessschritte zur Rückgewinnung unterschiedlichster Materialien wie Aluminium, Kupfer, Stahl oder auch Kunststoff. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen referierte Lutz Wuschke über die Möglichkeiten zur Übertragung der im Labor gewonnenen Erfahrungen in einen Pilotmaßstab. Ein Recycling in Deutschland macht nur Sinn, wenn die zurückgewonnen Materialen auch wieder in Deutschland in den Kreislauf – zur Produktion neuer Batterien – zurückgeführt werden können, da sich ein Transport z.B. nach Asien nicht rechnen wird, so Herr Wuschke.

Expertenrunde: Mobile Energiespeicher für die Elektromobilität

Im Anschluss an eine Führung durch die Labore des Fraunhofer ISC starteten am Nachmittag die Expertenrunden. Geleitet durch Alexander Strauß und Dr. Guido Weißmann wurden die Themen: „Alterungsmechanismen“ sowie „Chancen und Risiken für Batteriezellen nach der mobilen Anwendung“ diskutiert. Ziel der interaktiven Expertenrunden war es, gegenseitig Alltagserfahrungen und Meinungen auszutauschen sowie Arbeitsfelder zu identifizieren, die im Zuge weiterführender Kooperationen bearbeitet werden können.

Das Projekt ABattReLife konnte im Rahmen der umgesetzten Projekte bereits gute Ergebnisse und Erfolge erzielen. Sowohl die offenen Fragen als auch die Diskussionen machen jedoch deutlich, dass es noch viele Aufgabenstellungen hinsichtlich der Energiespeicher in der mobilen und stationären Anwendung zu lösen gilt, um die Rolle Deutschlands und Europas als Leitanbieter der Elektromobilität zu festigen und auszubauen.

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