VKU: Stadtwerke als Umsetzer der Energiewende absichern

Der VKU hat seine Wünsche an die Politik in der nächsten Legislaturperiode formuliert und betont dabei die Rolle der Stadtwerke in wichtigen Bereichen der Energiewende.
nach Quelle: E&M PowerNews, 18. Juli 2017
„Kommunale Unternehmen sind Systemmanager und haben den Schlüssel und Konzepte für die Energiewende“, betont der VKU und mahnt Rahmenbedingungen an, um entsprechend agieren zu können. So bräuchten Verteilnetzbetreiber „unternehmerische Freiheit, um die Herausforderungen der Energiewende und der Digitalisierung passgenau auf die lokalen Gegebenheiten anzugehen“. Zu den „angemessenen“ regulatorischen und technischen Rahmenbedingungen gehört dabei aus Sicht des Verbands, dass die zukünftig steigenden Betriebskosten beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zum Aufbau intelligenter Netze anerkannt werden. Verantwortlichkeit und Entscheidungshoheit müssten beim VNB verbleiben, „die Kaskade eingehalten“ werden.
Konkret: Die Verantwortung für die Versorgungssicherheit dürfe nicht von den Übertragungsnetzbetreibern auf die Vertriebe und Händler verlagert werden. Verteilnetzbetreiber müssten als Systemmanager die günstigste Flexibilitätsoption wählen können, um eine effiziente Versorgung zu gewährleisten, das heißt, alle marktlichen und technischen Optionen wie aggregierte Flexibilität und Speicherbetrieb nutzen können. Dabei dürften sie nicht gegenüber Wettbewerbern (etwa Aggregatoren) benachteiligt oder bei Kooperationen behindert werden. Beim Smart-Meter-Roll-out müsse „gerade am Anfang der Umsetzungsphase, aber auch im Soll-Zustand auf ein ausgewogenes Verhältnis von Vorgaben, Kosten und Nutzen für die Akteure geachtet werden“, heißt es weiter.
Stadtwerke als Energiedienstleister stärken
Der VKU fordert zudem, die Stadtwerke als zentrale Akteure des Energiedienstleistungsmarktes zu stärken wie auch die Energieeffizienz weiter voran zu bringen. „Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz muss beibehalten und weiterentwickelt werden.“ Bei der Novellierung der EU-Energieeffizienzrichtlinie dürfe kein Bruch bei der Weiterentwicklung des Energiedienstleistungsmarktes in Deutschland entstehen. Es sollten zudem keine neuen Hürden oder Doppelregelungen geschaffen werden. Die KWK muss aus Sicht des VKU als „wichtige Klimaschutztechnologie an der Sektorengrenze von Strom und Wärme“ weiter gefördert werden. Zudem müssten Flexibilitätsbeiträge honoriert werden.
Der Verband bekräftigt seine Forderung, Wärmeleistungen wettbewerblich auszuschreiben. Die Förderung von Sammelprojekten sollte dabei attraktiver gemacht werden. Im Energieeinsparrecht müsse „der umfängliche Quartiersansatz“ verankert werden, damit für den Einzelnen schwer erschließbare Potenziale allen im Quartier über Wärmenetze zugänglich gemacht werden könnten.
Weiterer wichtiger Punkt der Wunschliste ist die Reform der Entgelte- und Umlagesystematik. „Ein einfaches und transparentes System setzt Anreize für energiesystemdienliches Verhalten bei allen Marktakteuren und berücksichtigt externe Umweltkosten, um die Klimaschutzziele zu adressieren“, so der VKU. Der Verband erneuert seine Forderung nach einem dezentralen Leistungsmarkt, um die Systemintegration der erneuerbaren Energien und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Für die Nutzung von Erdgas als Kraftstoff sollten Anreize gesetzt werden. Die Förderprogramme zum Aufbau der Elektromobilität und der Ladesäulen-Infrastruktur müssten verstetigt werden, um Kommunen und kommunale Unternehmen bei der Beschaffung klimafreundlicher Elektro- und Erdgasfahrzeuge zu unterstützen.
 
Autorin: Angelika Nikionok-Ehrlich