Photovoltaik-Zubau in den Bundesländern 2016

Solarzubau leicht erholt, aber weiter deutlich unter Plan.
nach Quelle: Agentur f. Erneuerbare Energien, 28.Februar 2017

2016 wurden in Deutschland neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von etwa 1,53 Gigawatt peak (GWp) auf Hausdächern, Gewerbegebäuden und in Freiflächenanlagen verbaut. Diese Zahl liegt zwar etwas über dem Zubau von 2015, aber weiterhin deutlich unter dem angestrebten Ziel der Bundesregierung von 2,5 GW neuer Photovoltaikleistung pro Jahr.

Bayern unter den Bundesländern vorne, aber Rückgang zu 2015

Im Vergleich der Bundesländer wurde, wie schon in den letzten Jahren, der größte Anteil davon in Bayern installiert. Obwohl das Alpenland damit in absoluten Zahlen weiter Primus ist, musste dort ein Rückgang bei den Neuinstallationszahlen vermeldet werden - und auch der Abstand zu den anderen Ländern ist deutlich geringer als in den letzten Jahren. Nach Bayern mit rund 240 Megawatt peak (MWp) neuer Solarleistung überspringt auch Brandenburg erstmals in den letzten drei Jahren wieder die 200 MW-Grenze. Dahinter können auch Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hohe absolute Zubauzahlen aufweisen.

Ostländer gemessen an der Fläche vorne beim PV-Zubau

FE_Diagramm_Zubau_PV_pro_km_Bundeslaender_2016Dass die Südbundesländer nicht mehr wie noch in früheren Jahren die Photovoltaik-Statistiken dominieren, wird noch deutlicher, wenn man den Zubau auf die jeweilige Landesfläche bezieht. Dabei weist Sachsen-Anhalt den deutlich höchsten Wert auf, gefolgt von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern - die stärksten Zubauraten werden also von ostdeutschen Ländern erreicht. Erst auf Platz 4 kommt mit Rheinland-Pfalz ein westdeutsches Flächenland, auf dem geteilten Platz 5 liegen Thüringen und Saarland mit gleichen Werten und damit auch wieder ein ostdeutsches Land. Bayern und Baden-Württemberg sind erst im Mittelfeld zu finden, wobei letzteres noch vor ersterem liegt.

Die Begründung für diese Entwicklung: Durch den insgesamt deutlich kleineren Markt haben große Photovoltaikanlagen auf Freiflächen und Gewerbedächern einen deutlich höheren Marktanteil. Gleichzeitig wurden diese Großanlagen im Rahmen von Ausschreibungen vergeben. Durch die stark gefallenen Anlagenpreise und den starken Kostendruck in den Ausschreibungen sind somit die Pachtpreise für die Anlagenflächen zu einem immer entscheidenderen Faktor geworden, was die Ostländer mit tendenziell niedrigeren Grundstückspreisen begünstigt.

Insgesamt Bayern weiter klar vorne, Photovoltaik ist aber ein gesamtdeutsches Thema

FE_Installierte_Leistung_PV_pro_km_Bundeslaender_2016

Trotz des verringerten Zubaus ist in Bayern insgesamt noch bei weitem die größte Photovoltaikleistung verbaut, mit 11,6 GWp kann der Freistaat potenziell mehr als doppelt so viel Solarstrom produzieren wie das zweitplatzierte Baden-Württemberg. Mit NRW und Niedersachsen auf den folgenden Plätzen verfügen, wenig verwunderlich, die vier größten Länder auch über die meiste Photovoltaikleistung. Wenn man die Fläche in Relation zur Leistung setzt, weist Bayern zwar mit 164,9 kWp pro Quadratkilometer weiterhin den höchsten Wert auf, wird aber schon knapp vom Saarland als kleinstem Flächenland eingeholt. Neben Baden-Württemberg kann auch Berlin noch hohe Installationszahlen gemessen an dem zur Verfügung stehenden Raum aufweisen.

Weitere Informationen:

Alle Daten zur Solarenergie in den Ländern im Themencluster auf Föderal Erneuerbar

Hintergrundpapier des BSW-Solar zur PV-Marktentwicklung 2016

www.unendlich-viel-energie.de