Tennet und VW kooperieren bei Wetterdaten

Der Übertragungsnetzbetreiber will künftig Wetterdaten aus VW-Modellen zur besseren Einspeiseprognose nutzen.
nach Quelle: E&M PowerNews, 24. April 2017
Zurzeit laufe ein Pilotprojekt zwischen Tennet und dem Volkswagen-Konzern, sagte eine Tennet-Sprecherin zu E&M und bestätigte damit einen Bericht der Welt am Sonntag. In einem Versuch würden aktuell Wetterdaten aus VW-Fahrzeugen in Echtzeit an Tennet weitergegeben. Die Autos sammeln bislang schon eine Menge Daten zu Temperatur, Helligkeit oder Nebelbildung. Diese würden bislang intern im Auto für die Steuerung des Lichts oder für Glatteis-Warnungen an den Fahrzeuglenker verwendet. Tennet will die Daten künftig nutzen, um das Wetter besser einzuschätzen zu können. Mit den Daten der zig Autofahrer auf deutschen Straßen sei diese viel genauer möglich, als es Wetterdienste könnten.
 
„Das Pilotprojekt läuft so lange, bis die Forschungsabteilungen beschließen, es kann übernommen werden“, sagte die Sprecherin. Die Idee, die Daten aus den Autos zu verwenden, sei von Tennet gekommen. „Wir versuchen, immer neue Wege zu gehen.“ Neben dem nötigen Netzausbau seien diese Ideen ein weiterer Mosaikstein, um den Strom sicher und auch kostengünstig zu den Verbrauchern zu transportieren. Mit den Daten aus dem Auto hofft Tennet, eine bessere Prognose für die Stromerzeugung zu bekommen. Speziell die volatile Einspeisung von Solar- und Windstrom könnte dadurch besser prognostiziert werden. So machten örtliche Wolkenbildung oder Nebel die genaue Vorhersage bei einer zunehmenden Zahl an PV-Anlagen zunehmend komplexer.
 
Autor: Stefan Sagmeister