Tennet unterstützt bayerische Stadtwerke

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet unterstützt die Forderung von bayerischen Stadtwerken nach einheitlichen Netzentgelten.
nach Quelle: E&M PowerNews, 24. November 2016

Insgesamt 14 nordbayerische Stadtwerke hatten sich in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) gewandt und gefordert, die Kosten der Energiewende „solidarisch auf alle Stromverbraucher zu verteilen“. Die Initiatoren liegen im Netzgebiet von Tennet. Der Übertragungsnetzbetreiber hatte zuvor eine massive Erhöhung der Netzentgelte angekündigt.

Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Tennet TSO GmbH, erklärte nun dazu: „Heute sehen wir stark divergierende Netzentgelte im Stromübertragungsnetz, verursacht durch die ungleiche Verteilung der Kosten für die Energiewende. Aber alle Stromverbraucher in Deutschland profitieren vom Netzausbau und den Netzstabilisierungsmaßnahmen im Übertragungsnetz in gleichem Maß. Einheitliche Netzentgelte würden für eine gleichmäßigere und fairere Verteilung der Energiewende-Kosten sorgen.“

Bislang bleiben Kosten für Maßnahmen, die der Energiewende und der System- und Versorgungssicherheit dienen und damit allen deutschen Stromverbrauchern zugutekommen, in der jeweiligen Regelzone des Übertragungsnetzbetreibers, der sie durchführt. Allein im Tennet-Gebiet fielen nach Aussage des Übertragungsnetzbetreibers im vergangenen Jahr mit knapp 700 Mio. Euro der höchste Anteil an den Kosten für solche Maßnahmen an (Gesamtkosten aller Übertragungsnetzbetreiber 2015 rund 1 Mrd. Euro). Dies liege an der geografischen Lage des Gebiets von Nord- nach Süddeutschland. „Es ist sowohl durch die hohen Engpassmanagementkosten infolge gesamtdeutscher Netzrestriktionen als auch vom massiven Ausbau der Netzinfrastruktur durch einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien betroffen. Allerdings befinden sich nur rund 31 % der Letztverbraucher in der Tennet-Regelzone“, erklärte Tennet weiter. Dies führe zu einer überproportionalen Belastung der Haushalte und Industriekunden in Bayern, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Den offenen Brief finden Sie unter www.energiewende-bezahlbar.de.

Autor: Heidi Roider