ÜNB suchen gemeinsam Minutenreserve

Zur Umsetzung einer EU-Richtlinie soll eine Plattform für die Beschaffung von Regelenergie installiert werden.
nach Quelle: E&M PowerNews, 07. April 2017
19 europäische Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), darunter die vier deutschen Gesellschaften 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW, haben am 5. April eine Absichtserklärung für die Planung, Implementierung und den Betrieb einer Plattform zum gemeinsamen Abruf von Minutenreserve unterzeichnet. Das Projekt "Manually Activated Reserves Initiative" (Mari) dient zur Umsetzung der von der EU-Kommission verabschiedeten Richtlinie "Guideline on Electricity Balancing" (GL EB), nach der eine Plattform eingerichtet werden soll, auf der alle Regelenergiearten ausgetauscht werden können. Wie die ÜNB mitteilte, wird bereits seit dem vergangenen Jahr an einem Design einer Plattform für Minutenreserve gearbeitet. Die Unternehmen gehen davon aus, dass die "Umsetzungsfristen der GL EB bis zum Jahr 2022 erfüllt" werden.
 
Neben den vier deutschen ÜNB sind auch die Netzbetreiber aus Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Großbritannien, Holland, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, der Schweiz, Österreich und Tschechien an dem Projekt beteiligt. Mit dem Begriff Minutenreserve, auch Tertiärregelung genannt, ist die Bereitstellung von kurzfristigen Stromreserven (Regelenergie) zum Ausgleich von Schwankungen im Stromnetz nach einer Vorlaufzeit von 15 Minuten gemeint.
 
Autor: Andreas Kögler