Geothermie-Projekt Weilheim soll eingestellt werden

Der Bau der geplanten Geothermieanlage in Weilheim (Bayern) wird höchst wahrscheinlich gestoppt. Die festgestellte Fündigkeit an Wasser aus dem Untergrund ist zu gering.
nach Quelle: E&M powernews, 05.02.2018

Nach einem Lokalbericht der Tageszeitung Münchner Merkur hat eine Delegation des italienischen Energieunternehmens Enel Green Power dem Stadtrat von Weilheim kürzlich die schlechte Nachricht überbracht. Simone Antonelli, ein Geschäftsführer der Firma Enel Green Power, teilte dem Stadtrat mit, dass die Menge des gefundenen heißen Wassers zu gering sei, um die Investitionskosten in Höhe von rund 80 Mio. Euro zu rechtfertigen. Das könne nur eine „einzige logische Entscheidung“ nach sich ziehen: das Aus für das geplante Geothermie-Kraftwerk.

Eine endgültige Entscheidung des Konzerns stehe aber noch aus, da die Testergebnisse erst seit Kurzem vorlägen. Er nannte aber als „konkrete Möglichkeit“, dass „die Bohrung eingestellt wird und die Bohrlöcher geschlossen werden“, wird Antonelli von der Lokalzeitung zitiert. Bei einem endgültigen Aus des Projektes würde das Gelände wohl renaturiert werden.

Seit Ende 2015 ist Enel mit seiner Tochter Enel Green Power am Geothermie-Projekt der Erdwärme Oberland GmbH in Weilheim beteiligt. Mit einer Summe von 22 Mio. Euro hatte sich Enel Green Power bei der Erdwärme Oberland mehrheitlich mit 78,6 % eingekauft. Mit dem Einstieg des italienischen Investors konnte das Geothermie-Projekt überhaupt fortgesetzt werden. Es sollte eine Anlage mit einer elektrischen Leistung von 26 MW entstehen. Die Stromerzeugung wurde auf 210 Mio. kWh/a geschätzt.

Die Enel-Gruppe selbst ist im gesamten Erneuerbaren-Geschäft tätig: Unter den installierten Produktionskapazitäten von insgesamt 10 300 MW entfallen 63 % auf die Windkraft, 25 % auf die Wasserkraft, 8 % auf die Geothermie und die restlichen 4 % auf Solar- und Biomasseanlagen.

Autor: Heidi Roider 

Weitere Informationen:
http://erdwaerme-oberland.de/project-weilheim/