Schätze aus alten Solarmodulen bergen

Nach rund 25 Jahren haben Photovoltaik-Module meist ausgedient. Die enthaltenen Rohstoffe sind dann immer noch wertvoll, die meisten Bauteile wandern jedoch in den Abfall. Ein vom Bundeswirtschaftsministerium gefördertes Forschungsprojekt will das ändern.
Nach Quelle: BMWi, 7. Februar 2017

Rund acht Millionen Photovoltaik(PV)-Module wandeln derzeit europaweit Energie der Sonne in Strom um. Sie stecken voller wertvoller Rohstoffe: Kupfer, Silber, Zinn oder Aluminium sind darin ebenso verbaut wie Glas oder Silizium. Doch was geschieht, wenn die PV-Module nach rund 25 Jahren ausgedient haben? Bisher werden vor allem Glas und Aluminiumrahmen wiederverwendet, doch andere Bauelemente wandern nach ihrer Zeit von Häuserdächern oder Freiflächen in die Abfallentsorgung.

Ziel: Recycling auch von Silizium und Silber

Die am Forschungsprojekt "End-of-Life Cycle in PV-Modulen" (EoL-Cycle) beteiligten Wissenschaftler und Unternehmen möchten das ändern. Sie entwickeln und testen verschiedene Trenn- und Reinigungsverfahren, mit denen sie auch Rohstoffe wie Kupfer, Silber, Silizium oder Zinn zurückgewinnen können. Außerdem sollen optimierte Abtrennmethoden die Reinheit des Glases verbessern und die Staub- und Feinstaubbelastung reduzieren helfen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert "EoL-Cycle" vier Jahre lang mit insgesamt rund 1,7 Millionen Euro.

In den nächsten Jahren Tausende Tonnen Altmodule

Die Zeit für die Entwicklung neuer Recyclingverfahren drängt, denn in den nächsten Jahren wird die Anzahl der Module, die am Ende ihres Lebenszyklus stehen, stark zunehmen. Schätzungen des bifa-Umweltinstituts gehen für 2018 von ungefähr 10.000 Tonnen Altmodulen in Europa aus; für 2022 werden bereits 100.000 Tonnen pro Jahr erwartet – Tendenz steigend. Der deutsche Gesetzgeber hat hier bereits reagiert. Seit dem 1. Februar 2016 gilt das neue sogenannte "Elektrogesetz" auch für PV-Module. Erstmals sind Rücknahme und Entsorgung gesetzlich geregelt: Altgeräte dürfen kostenfrei und in haushaltsüblichen Mengen beim Hersteller oder an jeder der bundesweit mehr als 1.700 öffentlichen Sammelstellen zurückgegeben werden.

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