E-Fahrzeuge in Heidelberg werden vernetzt

In einem Modellprojekt sollen in Heidelberg die Elektroautos der Stadt ab 2018 miteinander vernetzt werden. Ziel ist eine bessere Gesamtauslastung der Fahrzeugflotte.
nach Quelle: E&M PowerNews, 23. August 2017


Bildquelle: Fotolia©Petair

Ab 2018 wird in Heidelberg erprobt, wie sich die E-Fahrzeug-Flotte der Stadtverwaltung möglichst effektiv nutzen lässt. Dazu sollen die Elektroautos über eine digitale Plattform miteinander vernetzt und ein automatisches Management eingerichtet werden. Das System soll bei der Buchung eines Fahrzeugs per App die Länge der geplanten Fahrtstrecke, die Ladezeiten und die verschiedenen Ladestände der Fahrzeuge berücksichtigen.
Darauf basierend werde den Nutzern dasjenige Fahrzeug empfohlen, das für die Auslastung des Gesamtflotte am sinnvollsten sei.
Das Modellprojekt ist Teil der "Landesinitiative Elektromobilität III" des Landes Baden-Württemberg, mit dem das Bundesland in Deutschland zum führenden Markt für Elektromobilität aufsteigen möchte. Das Vorhaben trägt den Namen "Eco Fleet Services" und besitzt ein Volumen von rund 1 Mio. Euro, das vom Landeswirtschaftsministerium stammt. Das Projekt an sich ist beschlossen, aber noch nicht offiziell bewilligt. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte E&M, dass dies voraussichtlich Ende November 2017 passieren wird. Im ersten Halbjahr 2018 soll der Feldtest in Heidelberg dann beginnen. Die Stadt Heidelberg selbst wollte das Projekt gegenüber E&M noch nicht offiziell kommentieren.
Die Vorarbeit für das Projekt leistet das Fraunhofer Anwendungszentrum KEIM in Zusammenarbeit mit der Hochschule Esslingen und der Universität Hohenheim. Nach der Pilotphase in Heidelberg soll das System zur Marktreife entwickelt werden. Von Interesse könnte das System neben Stadtverwaltungen auch für Unternehmen mit gemeinschaftlich genutzten Elektrofahrzeugen sein.
Gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung sagte Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), dass Baden-Württemberg seine führende Rolle in der Mobilität auch in Zukunft erhalten müsse. "Deshalb wollen wir bei der Entwicklung und Produktion der Technologien für Mobilitätslösungen von morgen nicht nur mitwirken, sondern Trends und neue Standards setzen. Das Projekt ,Eco Fleet Services’, das wir 2018 in Heidelberg starten wollen, ist ein sehr innovatives Puzzleteil in dieser Strategie."
 
Autor: Jonas Rosenberger