Deutschland heizt mit Gas

Elektro-Wärmepumpen und Fernwärme legen im Neubau zu
nach Quelle: Presseinformation BDEW, 14. März 2017
Erdgas blieb auch 2016 der wichtigste Energieträger im Heizungsmarkt. Im vergangenen Jahr entschieden sich 44,4 Prozent der Bauherren für eine Erdgasheizung. Danach folgen mit deutlichem Abstand Fernwärme mit 23,8 Prozent und Elektro-Wärmepumpen mit 23,4 Prozent. Heizöl kommt nur noch in 0,7 Prozent der neuen Wohnungen zum Einsatz. Dies teilte der BDEW heute in Berlin mit.
 
Die Anzahl der neu genehmigten Wohnungen stieg gegenüber dem Vorjahr um gut 15 Prozent auf 329.000 – angesichts eines Wohnungsbestandes von 41,5 Millionen Wohnungen ein vergleichsweise kleiner Markt.
 
Jede zweite Bestandswohnung wird mit einer Erdgasheizung beheizt, Fernwärme kommt auf einen Marktanteil von 13,7 Prozent, während Elektro-Wärmepumpen in 1,8 Prozent der Wohnungen zum Einsatz kommen. 26,3 Prozent der Bestandswohnungen werden noch mit Heizöl beheizt.
 
Mehr als ein Drittel der klimaschädlichen CO2-Emissionen entsteht in Wohngebäuden: Jede dritte Heizung ist 20 Jahre oder älter. Diese Geräte entsprechen nicht dem Stand der Technik und belasten die Umwelt durch höhere CO2-Emissionen: Ein moderner Erdgasbrennwertkessel stößt jährlich drei Tonnen weniger CO2 aus als ein alter Gaskessel. Das entspricht 21.000 gefahrenen Kilometern mit einem Mittelklassewagen.
 
"Im Heizungskeller stecken Riesenpotentiale für die Energiewende. Für die Klimaschutzziele muss die Politik den Sanierungsstau wirkungsvoll adressieren. Das funktioniert am besten über Steuerabschreibungen", sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, heute anlässlich der Eröffnung der Heizungs- und Sanitärmesse ISH. "Die nächste Bundesregierung sollte zügig einen neuen Anlauf starten und steuerliche Anreize zur Gebäudesanierung einführen. Bei der Frage der Finanzierung sind die Bundesländer aufgefordert, endlich über ihren Schatten zu springen."
 

Entwicklung der Heizenergien in den Bereichen Neubau und Bestand:
Insgesamt wurden 2016 der Bau von 329.000 neu zu errichtenden Wohnungen genehmigt (+ 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Der überwiegende Teil der Bauherren setzt auf Erdgas (44,4 Prozent). Danach folgen nahezu gleichauf Fernwärme mit 23,8 Prozent und Wärmepumpen mit 23,4 Prozent. Die verbleibenden Anteile entfielen auf Holz- und Pellet-Heizungen (5,3 Prozent), sowie Stromheizungen (0,9 Prozent). Im Gebäudebestand wird fast jede zweite Wohnung mit Erdgas beheizt (49,4 Prozent), an Fernwärme sind 13,7 Prozent der Wohnungen angeschlossen, während Heizöl in 26,3 Prozent aller Wohnungen für Wärme sorgt. Weitere Anteile: Elektro-Wärmepumpen: 1,8 Prozent, Stromheizungen: 2,7 Prozent, Sonstige (darunter Holz/Holzpellets, sonstige Biomasse, Koks/Kohle; sonstige Heizenergien): 6,1 Prozent.