Power-to-Liquid im Kleinformat

Technologie aus Karlsruhe erzeugt mit Hilfe erneuerbarer Energien synthetische Kraftstoffe in Finnland.
Nach Quelle: E&M Powernews, 10. November 2016

Die Ineratec GmbH, eine Ausgründung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), liefert den chemischen Reaktor für eine Power-to-Liquid-Anlage, die künftig im Rahmen eines Pilotprojekts in Finnland Benzin, Diesel und Kerosin produzieren wird. Das besondere an der Anlage ist, dass es sich um eine Mikro-Anlage handelt, die in einen Schiffscontainer passt und die CO2 für die Treibstoffherstellung direkt aus der Luft zieht. Diese Eigenschaften machen sie nach Angaben des KIT zur weltweit ersten ihrer Art.

Ineratec steuert zum Projekt, das die Bezeichnung Soletair trägt, den chemischen Reaktor bei, den das Unternehmen zu einer marktreifen Kompaktanlage ausgebaut hat. Ursprünglich wurde er am KIT entwickelt. In ihm werden mit Hilfe von Sonnenenergie gewonnener Wasserstoff und CO2 zu Treibstoff umgewandelt. Das finnische Forschungszentrum VTT hat das Modul entwickelt, das das Kohlendioxid direkt aus der Luft filtert, und von der Lappeenranta University of Technology (LUT) stammt die Elektrolyseeinheit. Die Power-to-Liquid-Anlage soll 2017 auf dem Campus der LUT zum Einsatz kommen. Das Projekt Soletair wird von der finnischen Finanzierungsagentur für Technik und Innovation mit 1 Mio. Euro gefördert.

Das KIT, Ineratec und VTT haben angekündigt, künftig im Rahmen der Forschungsverbünde Energie Lab 2.0 und Neo-Carbon Energy ihre Zusammenarbeit bei der Erforschung und Entwicklung neuer Speichertechnologien sowie bei der Umwandlung erneuerbarer Energien in chemische Energieträger weiter ausbauen.

Nach Autor: Fritz Wilhelm