IWF liefert Zahlen zu Auswirkungen des Klimawandels

Im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels hat der Internationale Währungsfonds IWF die reichen Länder aufgefordert, ärmere Staaten stärker zu unterstützen.
nach Quelle: E&M PowerNews, 29. September 2017
Der Internationale Währungsfonds hat erstmals die Effekte des Klimawandels mit konkreten Zahlen untermauert und warnt nun in seinem World Economic Outlook, der am 3. Oktober veröffentlicht wird, in einem eigenen Kapitel eindringlich vor den Folgen des Klimawandels. In den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Regionen leben derzeit rund 60 % der Weltbevölkerung, bis zum Ende des Jahrzehnts werde dieser Anteil aufgrund der fortschreitenden Erderwärmung auf 75 % ansteigen. Dies und zunehmende Überschwemmungen sowie ein Anstieg des Meeresspiegels könnten „hunderte Millionen Menschen“ aus den südlichen Ländern zu Flüchtlingen machen. Aber nicht nur aus den Schwellen- und Entwicklungsändern werden Menschen vor den Klimaauswirkungen flüchten.
In seinem Bericht verweist der IWF auf Studien, wonach Ökonomen etwa für die USA berechnet haben, dass bei einem Anstieg des Meeresspiegels um 80 cm bis zum Jahr 2100 mehr als 4 Mio. US-Bürger von den Küstenregionen ins Landesinnere umsiedeln müssen.
In seinem Report nennt der IWF konkrete wirtschaftliche Zahlen zu den negativen Effekten, die aus dem Klimawandel resultieren. So werde der Anstieg der Temperatur um 1 Grad Celsius auf eine Durchschnittstemperatur von 22 Grad Celsius etwa 0,9 % Wirtschaftswachstum kosten. Regionen in noch heißeren Klimazonen mit 25 Grad Celsius würden mit einem Minus von 1,2 % beim Wirtschaftswachstum noch stärker getroffen. Auch in den entwickelten Volkswirtschaften, die mit Durchschnittstemperaturen von 13 bis 15 Grad Celsius die optimalen Entwicklungsvoraussetzungen haben, müssten bei einem weiteren Temperaturanstieg mit Produktivitätseinbußen rechnen. Allerdings hätten diese Staaten den Vorteil, dass sich einerseits die dämpfenden Wachstumseffekte in Grenzen halten und sie andererseits über die finanziellen Mittel verfügen, um mit den folgenden Extremwetterereignissen umgehen und sich an die Klimaveränderungen anpassen zu können.
Vor diesem Hintergrund appelliert der IWF eindringlich an die reichen Länder, ärmere Staaten im Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen und lobt das Pariser Klimaabkommen. Dieses sieht vor, dass die reichen Länder in Zukunft jährlich 100 Mrd. US-Dollar in einen Fonds einzahlen sollen, um die Verlierer des Klimawandels finanziell zu unterstützen. Mit dem Appell stellt sich der IWF auch gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump. Der internationale Hilfsfonds ist einer der Gründe, weshalb Trump aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen will.
 
Autor: Kai Eckert