Europäische Plattform für Sekundärregelleistung geplant

Acht europäische Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben sich auf die gemeinsame Schaffung einer Plattform zum Abruf von Sekundärregelleistung (SRL) verständigt.
nach Quelle: E&M PowerNews, 07. August 2017


Bildquelle: Fotolia_striZh

Im Rahmen einer Absichtserklärung haben die ÜNB vereinbart, die SRL-Plattform gemeinsam zu planen, zu implementieren und zu betreiben. An dem Projekt Picasso − "Platform for the International Coordination of the Automatic frequency restoration process and Stable System Operation" − sind die Gesellschaften Elia (Belgien) als Koordinator, APG (Österreich), Tennet (Niederlande), RTE (Frankreich) und die deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW beteiligt.
 
Die EU-Kommission hatte am 16. März 2017 die Richtlinie "Guideline on Electricity Balancing" (GL EB) verabschiedet, nach der eine Plattform zum Austausch aller Regelenergiearten eingeführt werden soll. In Kraft treten wird die Richtlinie voraussichtlich Ende 2017. Die acht Übertragungsnetzbetreiber haben nach eigenen Angaben bereits jetzt freiwillig die Initiative ergriffen, eine entsprechende Plattform aufzusetzen. Noch in diesem Jahr sollen ein Stakeholder-Workshop mit Interessensvertretern sowie eine Konsultation stattfinden. Die Plattform soll den Plänen nach bis zum Jahr 2020 in Betrieb gehen.
Entsprechende SRL-Kooperationen zwischen einzelnen Ländern gibt es bereits, so zum Beispiel zwischen Deutschland und Österreich. Diese Zusammenarbeit werde laut einer Mitteilung der Übertragungsnetzbetreiber als "evolutionär auf dem Weg zu einem Zieldesign angesehen". Das Picasso-Projekt ist für die Teilnahme weiterer Länder offen. 
 
Autor: Andreas Kögler