Hohenstein Institute entwickeln kühlende Textil-Ausrüstung

nach Quelle: www.avronline.de, "Sensorische Kühlempfindung durch Bekleidung", 23. August 2016

Die Hohenstein Institute aus Bönnigheim haben im Rahmen eines IGF-Forschungsvorhabens eine sensorisch kühlende Textil-Ausrüstung entwickelt und analysiert. Sensorisches Kühlen bedeutet ein chemisch induziertes Kälteempfinden auf der Haut, indem Kälterezeptoren auf der Haut angeregt werden. Üblicherweise wird dies durch physikalische Vorgänge erreicht, unter anderem durch das Verdunsten von Wasser auf der Haut. Solch eine gezielte Abkühlung der Haut benötigt man beispielsweise beim Sport zur Behandlung von Verletzungen, aber auch bei Insektenstichen oder zu therapeutischen Zwecken. Bei der Verwendung herkömmlicher Kühlsysteme wie Cool-Packs oder Eis-Spray wird mitunter jedoch zu stark gekühlt und es kann zu Erfrierungserscheinungen kommen. Mit einer sensorischen Kühlung können auch große Hautareale mild gekühlt werden. Beispiel hierfür ist der Pfefferminz-Wirkstoff Menthol.  
Nun haben die Wissenschaftler erstmal an einer sensorische kühlenden Ausrüstung für Textilien geforscht. Diese Ausrüstung basiert auf Menthan-Abkömmlingen oder L-Menthyl-Lactat sowie Icilin. Die Ausrüstung wurde auf unterschiedlichen Textilsubstraten aus natürlichen sowie synthetischen Fasern und deren Mischungen aufgebracht und erprobt. Bei den Tests nahm jeder Proband die Kühlwirkung subjektiv verschieden wahr, je nach Hautfeuchte oder Topografie der Hautoberfläche. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass sensorisch kühlende Textilien einen wirksamen Effekt im körpernah getragenen Textilbereich leisten, jedoch für weit geschnittene Kleidung ohne direkten Körperkontakt ungeeignet sind. 

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