Nur 6 % Frauenanteil in Spitzenpositionen der Energiewirtschaft

Laut einer neuen Studie liegt der Frauenanteil in den Vorstandsgremien von börsennotierten Unternehmen weiterhin meist im einstelligen Prozentbereich.
Nach Quelle: E&M Powernews, 11. Januar 2017

In der am 9. Januar publizierten Untersuchung der Beratungsgesellschaft EY (früher: Ernst & Young) wurde die Struktur der Vorstände der 160 im DAX, MDAX, SDAX und TecDAX gelisteten Unternehmen analysiert. Demnach liegt der Frauenanteil bei durchschnittlich 6,7 %, gegenüber 5,9 % im Vorjahr. Die Telekommunikations- und die Finanzbranche liegen mit jeweils 14 % an der Spitze, IT-Unternehmen bilden mit 1 % Frauenanteil in den Vorständen das Schlusslicht. Die Energieversorger sind mit 6 % im Mittelfeld.

45 Frauen stehen in den Vorstandsgremien der börsennotierten Unternehmen insgesamt 630 Männer gegenüber. Rund drei Viertel der Vorstandsgremien sind ausschließlich mit Männern besetzt. Bei 24,4 % der Unternehmen sitzt mindestens eine Frau im Vorstand, ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit 22,5 %.

Diversity-Management und gezielte Frauen-Förderung sind angeraten

Mindestens zwei weibliche Vorstandsmitglieder gibt es nur in sechs Unternehmen. Das sind zwar doppelt so viele wie vor einem Jahr, doch handelt es sich fast ausschließlich um DAX-Konzerne: Allianz, Daimler, Deutsche Bank, Munich Re und Siemens sowie die im MDAX gelistete Aareal Bank. „Der Befund ist noch immer der gleiche: Deutsche Vorstandsetagen sind nach wie vor mehrheitlich männliche Monokulturen“, resümiert Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY in Deutschland, die Resultate. Trotz der „erheblichen Bemühungen“ bei großen deutschen Konzernen komme man nach wie vor nur mühsam voran. „Wenn die Zahl der Frauen in den Vorstandsgremien weiter so langsam steigt wie im letzten Jahr, wird es bis zum Jahr 2047 dauern, bis ein Drittel der Vorstandsposten mit Frauen besetzt ist“, verdeutlichen die Berater von EY.

Sie raten den Unternehmen, ein umfassendes Diversity-Management zu etablieren, das Gleichberechtigung nicht nur von Frauen, sondern von allen Mitarbeitern ermögliche. „Frauennetzwerke, Förderprogramme für angehende weibliche Führungskräfte sowie flexible Arbeitszeitmodelle und Unterstützung bei der Kinderbetreuung sind weitere wichtige Fördermöglichkeiten, um Frauen bei ihrer Karriere zu unterstützen“, sagt Beraterin Ana-Cristina Grohnert. Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sei es ratsam, die zahlreichen gut ausgebildeten und leistungswilligen Frauen durch solche Förderungen für sich zu gewinnen und an sich zu binden.

Die Analyse findet sich auf www.ey.com/de

Nach Autor: Angelika Nikionok-Ehrlich