Den Verbrauch immer vor Augen

Ein Messgerät, das den Warmwasser- und den Energieverbrauch unter der Dusche anzeigt, kann helfen, hier Energie einzusparen.
nach Quelle: E&M PowerNews, 19. Juni 2017

Die Warmwasserbereitung ist in Haushalten nach der Raumheizung der zweitgrößte Posten im Energieverbrauch. Für das Warmwasser wird mehr Energie benötigt als für Kochen, Kühlen und Beleuchtung zusammen, schreibt die Amphiro AG, ein Start-up, das aus einer Forschungskooperation der ETH Zürich und der Universität Bamberg entstanden ist.
 
Die Forscher haben deswegen ein Energiemessgerät entwickelt, das möglichst schnell und einfach den Energieverbrauch unter der Dusche erfasst und anzeigt und zum Sparen animiert. Wegen der hohen Energieintensität kann hier in kurzer Zeit viel Energie eingespart werden.
 
Das Messgerät Amphiro b1 connect wird dazu in die Zuleitung des Duschkopfs montiert. Es benötigt keine Batterien, sondern gewinnt seine elektrische Energie aus dem Wasserdurchfluss. Es muss nicht eingeschaltet werden, sondern beginnt seine Arbeit, sobald das Wasser fließt. Angezeigt werden Temperatur und Wassermenge, daraus errechnet das Gerät auch die verbrauchte Energie in kWh. Ein Eisbär und eine schmerzende Eisscholle machen grafisch auf den Umwelteffekt aufmerksam. Die Version „connect“ liefert die Daten auch auf eine Handy-App.
 
Die Nachhaltigkeit der Einsparung wurde in sechs Studien untersucht
 
Wie groß und wie nachhaltig der Einspareffekt ist, haben die Entwickler in sechs Studien in fünf Ländern (Schweiz, Niederlande, Deutschland, Singapur und Südkorea) untersucht. Über 3200 Haushalte erhielten dazu für Zeiträume zwischen zwei und 16 Monaten das Verbrauchs-Messgerät. Verglichen wurden die Daten mit denen einer Kontrollgruppe, die nur die Temperatur aber nicht den Energieverbrauch angezeigt bekam.
 
Laut Amphiro beliefen sich die durchschnittlichen Einsparungen auf 0,6 kWh pro Duschvorgang. Ein durchschnittlicher Haushalt mit statistisch 2,1 Personen sparte pro Jahr 452 kWh ein. Die Einsparungen gingen auch nach längerer Nutzung des Messgerätes nicht zurück. Sie waren auch messbar, wenn der Nutzer, wie etwa in Hotels, selbst nicht für Wasser und Energie zahlen muss. Die Einsparungen resultieren aus dem Wissen um den eigenen Verbrauch und aus seiner Anzeige direkt „vor der Nase“. 

Autor: Armin Müller

Weitere Informationen: https://www.amphiro.com/