60 Jahre Wasserkraft an der Wertach

Bayerische Elektrizitätswerke feiern Jubiläum des Wasserkraftwerks Schwabmünchen und präsentieren Neuauflage des Wertach-Buches – Tag der offenen Tür mit vielen Aktionen
nach Quelle: Presseinformation Bayerische Elektrizitätswerke GmbH, 17. Oktober 2016

Das Wasserkraftwerk Schwabmünchen der Bayerischen Elektrizitätswerke GmbH (BEW) begeht in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag. Gefeiert wurde das Jubiläum am Samstag, den 15. Oktober, mit einem Tag der offenen Tür und der Präsentation einer aktualisierten Neuauflage des Buches „Die Wertach – Flussentwicklung an der unteren Wertach und das Sanierungsprojekt ‚Wertach vital‘. Wasserbau. Natur. Naherholung.“ Das Buch beschreibt die Flussentwicklung an der unteren Wertach in den vergangenen Jahrzehnten.

Die Anlage in Schwabmünchen ging 1956 als erstes von insgesamt fünf Wasserkraftwerken an der unteren Wertach ans Netz. Seit der Inbetriebnahme hat das Kraftwerk rund 660 Millionen Kilowattstunden klimafreundlichen Strom in der Region erzeugt. Alle fünf Kraftwerke erzeugen jährlich rund 58 Millionen Kilowattstunden CO2-freien Strom.
Damit können rechnerisch etwa 17.000 Haushalte ganzjährig versorgt werden.

Die Kraftwerke dienten ursprünglich jedoch nicht primär zur Stromerzeugung. Denn die Begradigung der Wertach im 19. Jahrhundert hatte im Laufe der Jahrzehnte zu gravierenden Fehlentwicklungen geführt. Der Fluss hatte sich dramatisch eingetieft und damit war auch der Grundwasserspiegel im Wertach-Tal stark abgesunken. Auwälder und Felder am Fluss versteppten zusehends.

„Mit sogenannte Stützschwellenkraftwerke wie in Schwabmünchen, die das Flusswasser aufstauen und damit die Fließgeschwindigkeit reduzieren, konnten diese Fehlentwicklungen korrigiert werden. Zugleich hat sich mit den Kraftwerken der Hochwasserschutz verbessert“, sagt BEW-Geschäftsführer Prof. Dr. Frank Pöhler.

Neue Anforderungen kamen in den vergangenen Jahren hinzu: Neben dem Klimaschutz – für den die regenerative Wasserkraft beispielhaft steht – war dies vor allem die ökologische Verbesserung der Flüsse. Projekte wie „Wertach Vital“ im Stadtgebiet Augsburg und die Umsetzung von zahlreichen Ökoprojekten im Landkreis Augsburg stehen beispielshaft für diese Entwicklung.

„Heute stehen für uns die Verbindung von Ökonomie und Ökologie und neue Wege der Zusammenarbeit im Mittelpunkt“, sagt Prof. Dr. Frank Pöhler. „Die erfolgreichen Projekte an der unteren Wertach wie etwa der Bau von naturnahen Fischwanderhilfen bestätigen uns in diesem Ansatz. Dabei setzen wir auf eine enge Kooperation mit Verbänden, Behörden, Wissenschaft und den Bürgern vor Ort. Die Flussentwicklung in den letzten Jahren hat Vorbildcharakter über die Region hinaus.“

Wie sich der Fluss über die Jahre entwickelt hat, wird in dem Buch „Die Wertach – Flussentwicklung an der unteren Wertach und das Sanierungsprojekt ‚Wertach vital‘. Wasserbau. Natur. Naherholung.“ Dabei handelt es sich um eine neue und aktualisierte Auflage des Taschenbuchs von 2012. Die Neuauflage wurde am Samstag anlässlich des Jubiläums offiziell präsentiert. Das Taschenbuch macht auf 168 Seiten einen Streifzug durch die Geschichte des Flusses. In drei Beiträgen zeichnet das Buch mit Texten und knapp 100 Abbildungen ein umfassendes Bild der Wertach und ihres Einzugsgebietes.

Autoren des Buches sind Prof. Dr.-Ing. Robert Rapp, profunder Kenner des Flusses, Ralph Neumeier und Andreas Lindenmaier vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth sowie Ralf Klocke von BEW. Die Autoren behandeln dabei die allgemeine Flussentwicklung an der unteren Wertach, die Bedeutung und Funktion der Wasserkraft, das Projekt zur Flusssanierung „Wertach vital“ in der Stadt Augsburg sowie die ökologischen Maßnahmen entlang des Flusses im Landkreis Augsburg.

Am Jubiläumstag veranstaltete BEW außerdem einen Tag der offenen Tür mit vielen Aktionen. So konnten alle Besucher einen Blick ins 60 Jahre alte Wasserkraftwerk werfen und sich in einer Ausstellung über die Flussentwicklung an der unteren Wertach und aktuelle Projekte der BEW informieren. Darüber hinaus wurden Führungen entlang der Fischwanderhilfe und Bootsfahrten auf der Wertach angeboten. Die Besucher erfuhren dabei mehr über die Stromerzeugung aus Wasserkraft, die Geschichte des Kraftwerks Schwabmünchen und die ökologischen Maßnahmen der BEW. In einem Aquarium konnten außerdem heimische Fischarten, wie Bachforelle, Äsche oder Barbe beobachtet werden. Experten erklärten dabei mehr über die einzelnen Arten und die ökologische Bedeutung intakter Fischbestände.

Weitere Informationen:
www.bew-augsburg.de