Deutsche Energiepolitik teuer und ineffizient

Laut einer Studie ist die Energiepolitik in Deutschland überreguliert. Ohne ein Umdenken seien alle Ziele der Energiewende nicht mehr zu erreichen.
nach Quelle: E&M PowerNews, 10. Oktober 2017
Eine Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., erstellt durch die Prognos AG, bewertet die Auswirkungen der Energiepolitik der Bundesregierung auf die Energieversorgung und die deutsche Wirtschaft bis 2050. Demnach haben die energie- und klimaschutzpolitischen Maßnahmen der Regierung zu einem dichten Regelungsgeflecht geführt.
Dieses führt laut VBW zu einer teuren und ineffizienten Überregulierung, die „sowohl die Wettbewerbsfähigkeit unserer global aufgestellten Unternehmen als auch das Ziel einer klimaschonenden Energiepolitik“ gefährde. Beispielsweise würden sich zahlreiche Fördermaßnahmen überlappen. Der Verband fordert daher, dass die kommende Regierung mehr den Wettbewerb im Markt stärken muss als Dinge zu regulieren.
 
Ohne eine entsprechende Neuorientierung würden die Kernziele der Energiewende verfehlt, so der VBW. Der Schadstoffausstoß etwa werde sich auf dem aktuellen Weg bis 2050 nicht um die geplanten 95 % sondern um 61 % verringern. Erneuerbare Energien würden im selben Jahr einen Anteil von 35 % statt der anvisierten 60 % im Verbrauch erreichen.
Auch die Verbesserung der Energieeffizienz liege 2050 nach aktueller Prognose nicht im Soll. „Allein bis 2025 verursacht die Energiewende Zusatzkosten von mehr als 500 Milliarden Euro. Angesichts dieser finanziellen Belastungen für unseren Wirtschaftsstandort und die Privathaushalte sind diese Misserfolge schlicht nicht hinnehmbar“, kritisiert VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
 
Um die Energiepolitik effektiver zu machen, empfiehlt die Studie die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wettbewerblich und technologieneutral auszurichten und parallel zum Netz auszubauen. Zudem müssten die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen international angeglichen werden.
 
Autor: Jonas Rosenberger