Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau

Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE/FNN) hat bundesweit einheitliche Planungsgrundsätze für die Planung von Hochspannungsleitungen vorgelegt.
nach Quelle: E&M PowerNews, 23. Juni 2017


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Folgende Grundsätze werden in dem neuen Dokument des Verbands der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik beschrieben: aktive Konzepte, wie beispielsweise Spitzenkappung und Lastmanagement sollen in der Planung berücksichtigt werden, ebenso das sogenannte Nova-Prinzip, welches der Netzoptimierung Priorität einräumt – vor der Netzverstärkung und dem Netzausbau.

Schließlich soll die Versorgungssicherheit auch gewährleistet sein, wenn ein Betriebsmittel ausfällt („n-1-Prinzip“). Darüber hinaus definiert die Anwendungsregel auch Situationen, in denen es zum Ausfall gleich mehrerer Leitungen kommt.
 
In der Summe, so heißt es in einer Mitteilung des VDE, sorgten alle drei Prinzipien dafür, dass die Kapazität des vorhandenen Netzes so weit wie möglich genutzt werden könne. Außerdem vermittelten die Planungsgrundsätze ein bundesweit einheitliches Verständnis von Mindestanforderungen.
 
„Mit dieser Anwendungsregel lassen sich Hochspannungsnetze nachhaltig planen. Die beschriebenen Grundsätze sorgen für einen insgesamt wirtschaftlichen Netzausbau bei gleichzeitig weiter hoher Versorgungszuverlässigkeit“, so Heike Kerber, Geschäftsführerin VDE/FNN. Es geht dabei um die langfristige Planung, die einen Zeithorizont von zehn Jahren und mehr umfasst. Bislang gab es für die Hochspannungsebene noch keine entsprechenden Vorgaben, im Gegensatz zur Höchstspannungsebene.
 
Der VDE trägt mit der Anwendungsregel der wachsenden Bedeutung der 110-kV-Ebene mit ihrer Schnittstellenfunktion zwischen Mittel- und Höchstspannungsebene Rechnung. Denn gerade im Zuge des Ausbaus der erneuerbaren Energien sei es in vielen Regionen Deutschlands notwendig, bestehende Hochspannungsnetze zu verstärken oder auszubauen.
 
Der Entwurf der Anwendungsregel „Planungsgrundsätze 110-kV-Netze“ ist über die Webseite von VDE/FNN verfügbar. Bis zum 9. August 2017 können Änderungsvorschläge abgegeben werden.
 
Autor: Fritz Wilhelm