Grundlage für gemischten Speicherbetrieb gelegt

Der Bundesverband Energiespeicher hat ein Konzept vorgelegt, das die messtechnische Zuordnung von Strommengen für den Eigenverbrauch und zur Zwischenspeicherung ermöglicht.
nach Quelle: E&M PowerNews, 03. November 2017


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Im vergangenen Dezember hatte sich die Speicherszene über den neuen § 61k im Erneuerbare-Energien-Gesetz gefreut. Es geht darin um die Voraussetzungen für gemischte Betriebsmodelle von Speichern, die in der Regel auf eine entsprechende Befreiung von Netzentgelten und EEG-Umlage angewiesen sind, um wirtschaftlich zu sein.
Die juristische Diskussion über die virtuelle Teilung eines Speichers und Details der Norm, die möglicherweise einer Privilegierung bei Entgelten und Umlagen im Wege stehen, ist noch nicht beendet. Die Verantwortlichen beim Bundesverband Energiespeicher sind jedoch davon überzeugt, dass ein Messkonzept, welches eine genaue Zuordnung von Strommengen zum Verbrauch und zur Zwischenspeicherung ermöglicht, eine wesentliche Grundlage für die rechtssichere Umsetzung der Gesetzesvorgabe darstellt.
Der BVES habe lange für die Ermöglichung eines gemischten Speicherbetriebs gekämpft, heißt es in einer Mitteilung des Verbands, und nun im nächsten Schritt ein Messkonzept erarbeitet, welches die rechtlichen Anforderungen in die notwendige Mess- und Zähltechnik übersetzte.
Ziel des Konzepts sei es zum einen, gemischten Betriebsmodellen den Marktzugang zu erleichtern und zum anderen den Verteilnetzbetreibern steuerliche und rechtliche Sicherheit zu geben.
Im Rahmen eines Workshops wurde das Messkonzept mit Netzbetreibern, Speicherbetreibern und Messstellenbetreibern intensiv diskutiert und in eine finale Version gebracht. Es sei wichtig gewesen, so eine Sprecherin des BVES, mit möglichst allen Beteiligten das Konzept zu erarbeiten und deren Expertise einfließen zu lassen. Auch die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium seien eingeladen gewesen, hätten allerdings aus unbekannten Gründen nicht an der Veranstaltung teilgenommen.
Insbesondere die Bundesnetzagentur hatte nach Verabschiedung des EEG 2017 Bedenken geäußert, ob der §61k tatsächlich als Türöffner für gemischte Betriebsmodelle anzusehen sei.
Der BVES will nun das Messkonzept beim Regelermittlungsausschuss der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig vorstellen. Für Interessenten ist das Dokument zum Preis von 100 Euro für Verbandsmitglieder und zum Preis von 250 Euro für Nichtmitglieder bei der BVES-Geschäftsstelle erhältlich. 
 
Autor: Fritz Wilhelm