Discounter setzt auf Klimaschutz

Der Lebensmittel-Discounter Aldi Süd will ab 2017 alle seine Filialen und Logistikzentren in Deutschland klimaneutral betreiben und setzt dabei nicht nur auf Photovoltaik
nach Quelle: E&M Powernews 18. November 2016

 

Quelle: Aldi Süd 

Der Lebensmittel-Discounter Aldi Süd will ab 2017 alle seine Filialen und Logistikzentren in Deutschland klimaneutral betreiben und setzt dabei nicht nur auf Photovoltaik.

Bereits Anfang 2017 − und damit deutlich früher als ursprünglich geplant – will Aldi Süd erreichen, dass alle seine Standorte in Deutschland klimaneutral arbeiten, teilte das Unternehmen am 16. November mit. Dazu tragen ganz wesentlich selbst produzierter Solarstrom und effiziente Gebäudetechnik bei.

Ende 2016 sollen bereits 1 200 von insgesamt rund 1 860 Filialen des Lebensmittel-Discounters mit Solaranlagen ausgestattet sein. „Wir wollen die Nutzung unserer Dächer für die Gewinnung von Solarenergie weiterhin kontinuierlich ausbauen“, sagte eine Sprecherin zu E&M. Auf Filialdächern sind bereits 127 MW Photovoltaik-Erzeugungsleistung installiert. Damit könnten in diesem Jahr über 125 Mio. kWh Ökostrom produziert werden – 30 % mehr als 2015. Dazu kommen Solaranlagen auf den 31 Logistikzentren mit einer Gesamtleistung von 35 MW und einer Jahresproduktion von rund 34 Mio. kWh.

Den gewonnenen Solarstrom nutzt das Unternehmen zu rund 80 % selbst für Beleuchtung, Kühlregale, Tiefkühltruhen und Backautomaten. Die verbleibenden 20 % werden in das Stromnetz eingespeist. Seinen restlichen Strombedarf werde Aldi Süd ab 2017 mit Grünstrom aus Deutschland, Österreich und der Schweiz decken, so die Sprecherin. Zum Gesamtstrombedarf macht das Unternehmen keine Angaben.

Schon seit Jahren laufen Bemühungen, den Energieverbrauch zu senken. Dazu tragen Gebäudeklimatisierung durch Wärmerückgewinnung und energetischen Optimierung der Beleuchtung bei. Seit 2013 werden in allen Neubaufilialen Gewerbekälteanlagen mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Das Dienstleistungszentrum in Mülheim an der Ruhr nutzt Geothermie zum Heizen oder Kühlen.

Klimaneutrale Strom- und Wärmeversorgung angestrebt

Die angestrebte Klimaneutralität gilt auch für die Wärmeversorgung. „Leider lassen sich CO2-Emissionen aus Wärmeenergie zum aktuellen Zeitpunkt nicht vollständig durch moderne Technologie oder die Verwendung von klimaneutralen Wärmeenergieträgern vermeiden“, bedauert die Sprecherin. „Alle nicht vermeidbaren und somit verbleibenden Emissionen kompensieren wir ab 2017 durch Aufforstungsprojekte weltweit.“

Als nach eigenen Angaben erster Discounter hat sich Aldi Süd im Juli 2015 durch den TÜV NORD nach der strengen ISO-50001-Norm zertifizieren lassen. Das bedeutet, dass es sich zu einem umfassenden Energiemanagementsystem verpflichtet und laufend seine Energieeffizienz verbessert. Der Stromverbrauch pro Quadratmeter Filialfläche soll bis 2019 noch einmal gesenkt werden und dann rund 13 % unter dem Durchschnitt von 2015 liegen − bei geplanter Vergrößerung der Filialfläche und Erweiterung der technischen Anlagen.

Am 15. November wurde die Unternehmensgruppe für ihr Konzept zur Energieeinsparung mit dem EHI Energiemanagement Award 2016 (EMA) des Handelsinstituts EHI Retail Institute ausgezeichnet.

Seinen Kunden bietet Aldi Süd von November 2016 bis Januar 2017 günstigen Grünstrom aus der Schweiz an, der zu 100 % klimafreundlich aus Wasserkraft gewonnen wird. Die Kunden können außerdem auf Parkplätzen zahlreicher Aldi-Süd-Filialen ihre Elektroautos kostenlos mit Ökostrom betanken.

Peter Focht

Weitere Informationen:
www.aldi-sued.de