Pullover aus dem 3D-Drucker

nach Quelle: www.faz.net, "Der Pullover kommt bald aus dem Drucker", 14. Januar 2017

Der digitale Textildruck gilt als Musterbeispiel der modernen Industrie 4.0. Zu sehen war dies auch auf der Messe „Heimtextil“ in Frankfurt. Der Digitaldruck war hier einer der Schwerpunkte. Die Entwicklung der „Mikro-Fabrik“ soll vor allem die Produktion zurück nach Europa holen. Es wird zwar keine Massenproduktion wie in den 1960er Jahren geben, jedoch sollen hierzulande Kleinserien und individualisierte Produkte gefertigt werden. Ein Beispiel hierfür ist die „Storefactory“ von adidas. Dabei können kleine Produktionseinheiten ins Verkaufsgeschäft integriert werden.
Auch der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie, Manfred Junkert, hält individualisierte Produkte für einen Megatrend. Der israelische Hersteller von Digitaldruckern Kornit Digital sehen vor allem in den etablierten Wirtschaftsräumen Amerika und Europa eine zunehmende Nachfrage nach Digitaldruckern. Kornit hat sich bei der Herstellung auf das Pigmentdruckverfahren spezialisiert, welches nicht nur verschiedene Muster, Bilder oder Designs ermöglicht, sondern mit nur einer Maschine auch verschiedene Stoffe bedrucken kann. Kornit hat allein in den USA mehr als die Hälfte seines Umsatzes verbucht, der 2016 im dritten Quartal knapp 31 Millionen Dollar betrug – eine Steigerung um rund 40 Prozent binnen Jahresfrist.
Auch Hewlett Packard oder die Flint Group setzen auf Digitaldruck. Letztere hat in Frankfurt eine gedruckte Tapete präsentiert, die eine Backsteinmauer imitiert. Derzeit mache der Bereich Heimtextilien nur etwa 10 bis 15 Prozent des Gesamtumsatzes von rund 130 Millionen aus. Das Geschäft mit den Tapetendruckern soll jedoch jährlich um etwa 25 Prozent wachsen.

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