Neues Patent für Fernwärmenetz

Auch Fernwärmenetze müssen auf den fluktuierenden Einsatz erneuerbarer Energieträger reagieren können. Das Projekt KWK-Flex untersucht, wie sich die Flexibilität steigern lässt.
nach Quelle: E&M PowerNews, 04. Oktober 2017

Fernwärmenetze können Gesamtlängen von mehreren 100 Kilometern erreichen. Damit alle Netzlasten bedarfsgerecht bedient und zugleich die einspeisenden KWK-Anlagen optimal gesteuert werden können, entwickelt die Hochschule Kempten mit zwei Partnern, den Stadtwerken Fernwärme Ulm GmbH (FUG) und dem Zweckverband für Abfallwirtschaft in Kempten, ZAK Energie GmbH, neue technische und wirtschaftliche Flexibilisierungskonzepte. Der technische Fokus im Projekt KWK-Flex liegt dabei auf der optimierten Einbindung thermischer Energiespeicher sowie von Power-to-Heat-Technologien wie Großwärmepumpen oder Direkterhitzern in das Fernwärmesystem.
 
Im Rahmen des Projektes wurde dazu das Verfahren „deepDHC“ (Deep Learning for District Heating and Cooling) entwickelt und zum europäischen Patent angemeldet. Das Verfahren erlaubt es laut Hochschule Kempten, Lastverläufe in Wärme- oder Kältenetzen oder Querverbundsystemen unter Verwendung von künstlicher Intelligenz mit höchster Genauigkeit zu prognostizieren. Dazu benötige man keine Messdaten einzelner Verbraucher, sondern aggregierte Datenreihen und Informationen aus regionalen Wetterprognosen.
 
Eine Erhöhung der Prognosegenauigkeit kann nach Einschätzung der Wissenschaftler an der Hochschule Kempten zu erheblichen CO2- und Kosteneinsparungen führen, weil dann die für die Wärmeversorgung benötigten Anlagen effizienter eingesetzt werden können. Die wissenschaftlichen Erfahrungen aus dem Projekt KWK-Flex werden in Ulm und beim ZAK in Kempten in deren Fernwärmenetzen in der Praxis überprüft und optimiert. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.


Autor: Armin Müller