Änderungen am Klimaschutzplan gefordert

Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (BKWK) sieht die Notwendigkeit für Änderungen am Klimaschutzplan 2050.
nach Quelle: Energie & Management Powernews, 6. Oktober 2016
Einen Entwurf des Klimaschutzplanes hat das Bundesumweltministerium in die Ressortabstimmung gegeben. Dieser stößt in der Energiebranche auf Kritik. Auch der BKWK schlägt jetzt Verbesserungen vor. Verdeutlicht werde zwar, dass die Sektorkopplung zwischen Energiewirtschaft, Verkehr, Gebäude und Industrie von großer Bedeutung sei. Allerdings müssen nach Ansicht des Verbandes die Interaktionen von Strom- und Wärmemarkt deutlicher werden. Durch den Einsatz von KWK-Anlagen mit sektorübergreifender Wärmenutzung werde beispielsweise Primärenergie generell effizienter eingesetzt.
Kritisch sieht der BKWK die Einordnung von Kraft-Wärme-Kopplung als „Übergangstechnologie“. Die KWK trage vielmehr als Partner der erneuerbaren Energien mit Stromerzeugung zu Ressourcenschonung und zum Klimaschutz bei. Sie ermöglicht außerdem in Verbindung mit der Bereitstellung von Prozesswärme für die Industrie eine wettbewerbsfähige und sichere Stromerzeugung. Der Bestandsschutz für KWK-Anlagen müsse deswegen über das Jahr 2017 hinaus vollständig erhalten bleiben.
Wichtig ist aus Sicht des Verbandes, dass nicht nur die Endenergieeffizienz betrachtet wird, sondern insbesondere auch die Steigerung der Primärenergieeffizienz. Die Effizienzmaßnahmen müssen deswegen schon bei der Erzeugung der benötigten Endenenergie einsetzen, nicht erst beim nachträglichen Senken des Energiebedarfs. Praktische Umsetzungsmöglichkeiten insbesondere für die Kommunen sieht der Verband hier bei der Planung von Strom-, Wärme- und Kälteversorgungen von Wohn- und Gewerbegebieten sowie bei der Sanierung entsprechender Areale.
Die Effizienz des Energiesystems kann noch steigen, wenn die im Klimaschutzplan 2050 erwähnten neuen Technologien Power to Gas und Power to Liquid im großtechnischen Maßstab zur Verfügung stehen. Die damit aus erneuerbaren Energiequellen gewonnenen Brennstoffe können am besten mit Kraft-Wärme-Kopplung in Strom und Wärme umgewandelt werden. Dies ist nach Meinung des BKWK ein weiterer Beleg dafür, dass KWK nicht als „Übergangstechnologie“ eingeordnet werden kann.
Armin Müller
 
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