Sanierung ist wichtiger Baustein der Wärmewende

Die Wärmewende ist eine größere Herausforderung als die Stromwende, betonten die Teilnehmer auf einer Podiumsdiskussion in München
nach Quelle: E&M Powernews, 24. November 2017

Wer die Wärmewende voranbringen will, muss sich vor allem um die Sanierung der Bestandsgebäude kümmern, sagt Peter Steuer, Leiter Energiestrategie im Bereich energiewirtschaftliche Grundsatzfragen bei den Stadtwerken München. Steuer diskutierte auf einer Veranstaltung des Energieforschungsverbundes ZAE Bayern in München über das Thema Sektorkopplung und Wärmewende.   Die Gesprächsrunde war sich einig, dass am Anfang der Wärmewende die Steigerung der Energieeffizienz im Bereich bestehender Gebäude stehen müsse. Eine energetische Sanierung ist allerdings heute wegen der niedrigen Brennstoffkosten wirtschaftlich nur schwer zu realisieren.   Für ein Denken in Systemen plädierte auf dem Podium Heinrich Gärtner, Geschäftsführer der GP Joule GmbH, Reußenköge. Nur wenn man alle Verbrauchssektoren kopple und auch flexible Lösungen für die Mobilität mit einbeziehe, komme man zu mehr Effizienz im Energiesystem, betonte Gärtner.   Gase werden nach seiner Einschätzung auch weiterhin ein wichtiger Energieträger für die Mobilität bleiben. Denn bevor Strom aus erneuerbaren Anlagen wegen der Netzstabilität abgeregelt werden müsse, sei es besser, ihn in Gas umzuwandeln, das dann auch in Fahrzeugen eingesetzt werden könne. In den Bereichen Schifffahrt, Luftfahrt und bei Offroad-Fahrzeugen etwa auf Baustellen lassen sich elektrische Antriebe nicht in absehbarer Zeit einsetzen, sagte auf der Veranstaltung Rudolf Escheu, Leiter der Abteilung erneuerbare Energien und Energieeffizienz beim Bayerischen Wirtschaftsministerium. Hier bleibt dann nur regenerativ gewonnenes Gas als umweltfreundliche Lösung.  

Autor: Armin Müller