Google auf dem Sprung ins deutsche Smart Home

Die Google-Tochter Nest Labs will sich zunächst auf Sicherheitsprodukte konzentrieren und später in diesem Jahr auch seine Energiezentrale hierzulande auf den Markt bringen.
nach Quelle: E&M PowerNews, 17. Januar 2017

Wenn über ein Drohszenario für die etablierte Energiewirtschaft in diesen Tagen gesprochen wird, fällt häufig der Name Google. Wenn es um die abstrakte Bedrohung althergebrachter Geschäftsmodelle geht, heißt sie oft Google & Co. Nun wird der amerikanische Datenkonzern tatsächlich seine Aktivitäten nach Deutschland ausweiten. Daneben rücken auch Österreich, Spanien und Italien in den Fokus der Smart-Home-Tochter.

„Mit diesem Schritt verdoppeln wir unsere Reichweite in Europa“, erklärt Lionel Paileet, General Manager für Nest in Europa. Damit könnten zahlreiche bestehende Kunden jetzt endlich auch die Produkte in ihrer eigenen Sprache nutzen, so Paillet. Denn bislang habe Nest seine Hardware, Software und Dienstleistungen lediglich in sieben Marktgebieten angeboten. Genutzt würden sie aber von Millionen von Menschen in mehr als 190 Ländern.

In Deutschland und Österreich werden zunächst Rauchmelder und Kameras auf den Markt kommen. Im Laufe dieses Jahres werde dann auch noch das lernende Thermostat erhältlich sein, teilte das Unternehmen mit. Nach den Vorstellungen von Nest könnte das lernende Thermostat als Energiezentrale für das vernetzte Haus dienen, über die weitere Geräte gesteuert werden.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Tado. Zur Ankündigung der Google-Tochter schickten die Münchner Jungunternehmer, zu deren Gesellschaftern auch der tschechische Energiekonzern CEZ gehört, gleich einen Willkommensgruß. In den USA habe es Nest über die letzten Jahre geschafft, das Konzept intelligent beheizter Wohnungen und Häuser aus der Wiege zu heben. In Europa seien aber die Produkte von Tado „in puncto Kompatibilität und Einsparpotenzial klar führend“. Nach Angaben des Start-ups nutzten jedoch bislang lediglich 2 bis 3 % der Haushalte die Möglichkeit, durch eine intelligente Steuerung im Smart Home Heizkosten zu sparen. Es sei also noch reichlich Potenzial im Markt vorhanden.

Autor: Fritz Wilhelm

Weitere Informationen:
https://nest.com/