Windkraft vor neuem Ausbaurekord

Die jüngsten Zahlen aus dem Anlagenregister deuten darauf hin, dass die neu installierte Windkraftleistung an Land in diesem Jahr über 5 000 MW liegen wird.
nach Quelle: E&M PowerNews, 06. November 2017


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Die Windkraft an Land steuert in diesem Jahr auf einen neuen Ausbaurekord zu. Bis Mitte September wies das von der Bundesnetzagentur betreute Anlagenregister bereits eine neu in Betrieb gegangene Erzeugungsleistung von knapp 3 700 MW aus. „Im vierten Quartal der letzten drei Jahre bewegte sich der Leistungszuwachs zwischen 1 300 und 2 000 MW“, verweist Jürgen Quentin von der Fachagentur Windenergie an Land auf die zurückliegenden Statistiken. Windkraft-Experte Quentin rechnet deshalb für dieses Jahr mit einem Zubau, „der deutlich über 5 000 MW“ liegen wird. Der bisherige Aufstellungsrekord datiert aus dem Jahr 2014 mit einer Leistung von 4 750 MW brutto. Mit seiner Annahme dürfte Quentin nicht verkehrt liegen. Allein durch die zum Jahresende anstehende nächste Degressionsstufe bei der Vergütung wollen Windmüller und Investoren ihre neuen Anlagen aus eigenem Interesse noch vor dem Jahreswechsel am Netz haben.
Ein Indiz dafür, dass im laufenden Quartal noch Dutzende Windturbinen in Betrieb gehen, ist der für den Monat September im Anlagenregister gemeldete Brutto-Zubau an Windkraftleistung von knapp 613 MW. Diese Zahl ist nicht gleichbedeutend mit der Inbetriebnahme dieser Windturbinen, da zwischen Meldung und Netzeinspeisung in der Regel ein mehrwöchiger Verzug liegt. Unabhängig davon ist der September der Monat in diesem Jahr mit dem höchsten Neuanmeldestatus im Anlagenregister.
Zu Jahresbeginn hatten die Branchenverbände Bundesverband Windenergie und VDMA Power Systems einen Zubau von gut 5 000 MW für dieses Jahr prognostiziert. Wie es aussieht, wird diese Vorhersage übertroffen. Berücksichtigt man für den Windkraftausbau in diesem Jahr auch die neuen Projekte in Nord- und Ostsee, so wird die neu installierte Leistung für dieses Jahr zusammen auf jeden Fall über 6 000 MW liegen. 
 
Autor: Ralf Köpke