Wind- und Solarstromerzeugung rückläufig

Solar- und Windanlagen haben 2016 weniger Strom in die deutschen Stromnetze eingespeist als ein Jahr zuvor, bleiben nach der Braunkohle aber weiter wichtigster Energielieferant.
nach Quelle: E&M PowerNews 3. Januar 2017

Nach einer vorläufigen Hochrechnung des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme (ISE) haben die Photovoltaikanlagen im letzten Jahr 37,6 Mrd. kWh Strom erzeugt, dies waren 3,3% oder 1,2 Mrd. kWh weniger als 2015. Die höchste Solarleistung wurde mit 28 500 MW am 8. Mai 2016 um 13 Uhr erreicht, zu diesem Zeitpunkt hatte die Photovoltaik einen Anteil von 47 % an der gesamten Stromerzeugung. Insgesamt konnte die Solarstromerzeugung im Mai die monatliche Stromproduktion in Kernkraftwerken übertreffen.

Die Windenergie konnte im vergangenen Jahr rund 78 Mrd. kWh Strom erzeugen, lag damit aber ebenfalls 1,2 Mrd. kWh unter dem Wert von 2015. Dabei wurden 66 Mrd. kWh über Windanlagen an Land erzeugt, dies waren 5 Mrd. kWh weniger als 2015. Ein deutlicher Anstieg der Offshore-Windproduktion konnte diesen Rückgang aber fast ausgleichen. Hier legte die Stromerzeugung um 4 Mrd. kWh auf nun 12 Mrd. kWh zu, wobei die Windparks in der Nordsee mit 10,7 Mrd. kWh den größten Anteil haben, während Anlagen in der Ostsee 1,3 Mrd. kWh Strom produzieren konnten. Die Windstromerzeugung war insgesamt im Februar am höchsten und übertraf in diesem Monat auch die Erzeugung in Steinkohlekraftwerken. Der Windpeak wurde mit 36 000 MW am 8. Februar 2016 um 21:45 Uhr gemessen.

Solar- und Windanlagen konnten zusammen rund 116 Mrd. kWh Strom erzeugen und lagen damit hinter der Braunkohle auf dem zweiten Rang. Zusammen mit der Wasserkraft (22 Mrd. kWh) und der Biomasse (48,5 Mrd. kWh) kommen die regenerativen Energien damit auf eine Erzeugung von 186,1 Mrd. kWh, was in etwa dem Niveau des Vorjahres entspricht. An der Nettostromerzeugung haben die erneuerbaren Energien damit einen Anteil von 34,2 %. Mit 134,7 Mrd. kWh kommt die Braunkohle auf einen Anteil von 24,5 % im Erzeugungsmix. Steinkohlekraftwerke haben mit 101,6 Mrd. kWh erzeugten Strom einen Marktanteil von 18,5 % vor der Kernenergie, die mit 80 Mrd. kWh auf einen Anteil von 14,6 % kommt. Bemerkenswert ist ein deutlicher Anstieg der Gasverstromung. Aufgrund des günstigen Gaspreises stieg die Erzeugung in Gaskraftwerken um 13,1 Mrd. kWh auf nun 43,2 Mrd. kWh an. Im Erzeugungsmix macht dies einen Anteil von 7,9 % aus.

Autor: Kai Eckert

Weitere Informationen:
https://www.ise.fraunhofer.de/de/downloads/pdf-files/data-nivc-/stromerzeugung_2016_1.pdf