EWE will größte Batterie der Welt bauen

Die EWE Gasspeicher GmbH plant, die größte Batterie der Welt zu bauen. Sie soll eine Strommenge speichern können, mit der die Stadt Berlin eine Stunde lang versorgt werden könnte.
nach Quelle: E&M PowerNews, 23. Juni 2017
Für die Batterie der EWE-Tochter EWE Gasspeicher soll das Prinzip der Redox-Flow-Batterie genutzt werden, bei dem elektrische Energie in einer Flüssigkeit gespeichert wird, teilt EWE mit. Angewendet werden soll das Prinzip mit neuen und umweltverträglichen Komponenten letztendlich in zwei mittelgroßen unteririschen Salzkavernen. Eingesetzt werden Salzwasser und recyclebare Kunststoffe.
 
Zunächst sollen jedoch noch keine echten Kavernen genutzt werden, sondern großdimensionierte Kunststoffbehälter, die auf dem Gasspeichergelände in Jemgum (Ostfriesland) ab dem vierten Quartal 2017 errichtet werden. In dem Ort befinden sich in einem unterirdischen Salzstock acht von EWE betriebenen Kavernen. Diese nutzt das Unternehmen derzeit, um Erdgas zu speichern. Das Projekt läuft unter dem Namen „Brine for Power“ in Kooperation mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die die neuen Komponenten entwickelt hat.
 
„Den Markt grundlegend verändern“
 
„Wir haben noch einige Tests durchzuführen und etliche Fragen zu klären, bis wir das aufgezeigte Speicherprinzip gemäß der Universität Jena in unterirdischen Kavernen anwenden können. Ich gehe aber davon aus, dass wir etwa Ende des Jahres 2023 eine Kavernenbatterie in Betrieb haben können“, sagt Projektleiter Ralf Riekenberg. Das Projekt könne den Speichermarkt bzw. den Markt für Regelenergie grundlegend verändern, sagt EWE-Gasspeicher-Geschäftsführer Peter Schmidt. „Im Gegensatz zu anderen Energiespeichern, die elektrischen Strom in andere Energieträger umwandeln, zum Beispiel in Druckluft, speichern wir mit den Strom direkt.“
 
EWE Beschreibt das Prinzip des Batterietyps: „Bei einer Redox-Flow-Batterie kommen zwei unterschiedliche Elektrolyte zum Einsatz. Diese verteilen sich auf zwei getrennte Behälter. Die beiden Elektrolyte können Elektronen (negativ geladene Teilchen) unterschiedlich fest an sich binden. Der Elektrolyt mit stärkerer Bindung zu Elektronen wird Katolyt, der Elektrolyt mit schwächerer Bindung Anolyt genannt. Durch Stromzufuhr von außen (zum Beispiel durch Strom aus Windenergie oder Photovoltaikanlagen) werden dem Katolyt die Elektronen quasi entrissen (Oxidation) und dem Anolyt zugeführt, der sie an sich bindet (Reduktion). So wird die Batterie geladen. Beim Entladen entreißt der „stärkere Elektronen-Binder“, der Katolyt, dem schwächeren, dem Anolyt, die Elektronen wieder. Dadurch fließt elektrischer Strom, der genutzt werden kann."
 
Autor: Jonas Rosenberger
 
Weitere Informationen: https://www.ewe.com/de/presse