Bedeutung der Solarwärme wächst wieder

„Auch Stadtwerke beginnen sich langsam für die Solarwärme zu interessieren“, sagte BSW-Solar Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig auf der Intersolar in München.
Nach Quelle: E&M Powernews 27. Juni 2016

 „Eine verbesserte Förderung neuer Solarwärme-Anlagen belebt allmählich die Nachfrage bei den Endverbrauchern“, so die Meinung von Körnig auf der diesjährigen Intersolar am 22. Juni. Unter anderem zeige das Marktanreizprogramm (MAP) Wirkung. Die Mindestförderung für eine Solarthermie-Anlage zur Heizungsunterstützung beträgt 2 000 Euro, für eine ST-Anlage zur reinen Warmwasserbereitung 500 Euro. Einen weiteren Anreiz schaffe das neue Energieeffizienzprogramm (APEE), mit dem sich die Förderung aus der MAP zusätzlich um 20 % erhöhe. Im vergangenen Jahr seien 100 000 neue Anlagen hinzu gekommen und dies sei auch nötig, da es in Deutschland einen Sanierungsstau gebe. Körnig: „Millionen veraltete und ineffiziente Heizungen müssen dringend ausgetauscht werden.“ Gewaltige Solarwärme-Potenziale seien noch unerschlossen und dies bei Erzeugungskosten, die mittlerweile bei weniger als 5 Ct/kWhth liegen würden. Insgesamt waren nach den Zahlen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW Solar) knapp 2,15 Mio. Solarwärme-Anlagen mit einer installierten Leistung von 13,4 GW am Netz, davon sind im vergangenen Jahr 564 MW installiert worden. Ende 2013 lag die installierte Leistung bei 12,3 GW. Allerdings sind die Zahlen kein Vergleich zu einem Rekordzubau etwa im Jahr 2008 mit 1 500 MW deutschlandweit. Körnig sieht auch ein hohes Potenzial in den nächsten Jahren bei großtechnischen Anlagen. Für dieses Segment würden sich auch Stadtwerke beginnen zu interessieren − auch in Kombination mit Fernwärme. Die Stadtwerke Düsseldorf testen zum Beispiel dieses Jahr als erstes Stadtwerk bundesweit in einem Pilotprojekt, ob solare Energie für das Fernwärmenetz nutzbar ist. Bisher finden sich solarthermische Anlagen in Deutschland meist in Einfamilienhäusern zur Unterstützung einer Gas- oder Ölheizung. Darauf setzt etwa Eon. Der Konzern hat Anfang Juni 2016 seine Beteiligungen an der Thermondo GmbH in Berlin erhöht. Das Unternehmen bietet eine Online-Plattform, über die Kunden eine neue Heizung planen und bestellen können. Das Kerngeschäft sind Gas- und Ölheizungen sowie Solarthermie-Anlagen. Weltweit betrachtet verliert der Markt bei der solaren Wärmen allerdings immer mehr an Dynamik. Das zeigen Daten der Internationalen Energieagentur (IEA). Die globale Solarwärmeleistung betrug Ende des vergangenen Jahres 435 GW. Weltweit wurden 2015 Solarwärmeanlagen mit einer thermischen Leistung von mehr als 37 GW neu installiert − und damit erheblich weniger als in den Jahren zuvor. Im Jahr 2014 lag der globale Zubau bei rund 47 GW, 2015 bei knapp 55 GW.

Heidi Roider

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