Netzentwicklungsplan Gas mit Verspätung

Der mit deutlicher Verzögerung veröffentlichte Netzentwicklungsplan Gas der Fernleitungsnetzbetreiber für die Jahre 2016 bis 2026 sieht Milliardeninvestitionen in den Gasnetzausbau vor.
nach Quelle: E&M PowerNews, 18. Oktober 2017
Die Betreiber des deutschen Gasfernleitungsnetzes haben am 16. Oktober die endgültige Fassung des Netzentwicklungsplanes (NEP) Gas für den Zeitraum 2016 bis 2026 veröffentlicht. Er sieht die Erweiterung des Ferngasnetzes um 823 km Leitungen und 429 MW Verdichterleistung vor. Das Investitionsvolumen für die insgesamt 113 Ausbauvorhaben wird mit 3,9 Mrd. Euro angegeben. Den ersten NEP-Entwurf hatten die Netzbetreiber bereits im April 2016 vorgelegt.
Die Neufassung des NEP war nötig geworden, weil die Bundesnetzagentur mehrere Ausbaumaßnahmen, die vor allem im Zusammenhang mit dem Bau der noch nicht genehmigten neuen Importpipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee standen und knapp 500 Mio. Euro mehr Investitionen erfordert hätten, nicht anerkennen wollte. Die Bundesnetzagentur habe Anfang 2017 „eine Teilneubescheidung des entsprechenden Szenariorahmens erlassen“, begründet die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber (FNB Gas) die Überarbeitung.
Auf Veranlassung der Bundesnetzagentur neu in den endgültigen NEP Gas für die Jahre 2016 bis 2026 aufgenommen wurde eine zusätzliche Ausbaumaßnahme zur Druckerhöhung im Netz der Gastransport Nord GmbH in Richtung Süden und zur Gewährleistung einer höheren Einspeiseleistung aus dem Speicher Nüttermoor in Ostfriesland.
Wie FNB Gas weiter mitteilt, werden die Netzbetreiber, sobald die Genehmigungen für Bau und Betrieb der Nord Stream 2 vorliegen, einen Nachtrag zum NEP Gas 2016 veröffentlichen, in dem die Maßnahmen enthalten sein sollen, die auf Veranlassung der Bundesnetzagentur aus dem ursprünglichen Entwurf herausgenommen worden sind.
 
Autor: Peter Focht