Sinn und Unsinn von Batteriespeicher

Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht in der Speicherung von Strom aus Photovoltaik eine Chance – unter gewissen Bedingungen.
nach Quelle: E&M PowerNews, 23. März 2017
Durch die Batteriespeicher in Haushalten könne ein gesamtwirtschaftlicher Nutzen entstehen, teilte das DIW mit. Zwar würden tendenziell die Gesamtkosten steigen, da mehr Batteriespeicher gebaut werden, als aus Systemsicht erforderlich wären. „Der Kostenanstieg ist jedoch am geringsten, wenn die dezentralen Speicher systemorientiert betrieben werden“, heißt es weiter. Die Speicher müssten als dem Markt zur Verfügung stehen. Teuer würde es hingegen, wenn die Haushalte ihre Speicher nur für die Optimierung des eigenen Strombedarfs nutzen würden.
 
Ein weiterer Vorteil sei, dass durch die Stromspeicher auch das Verteilnetz entlastet werden könnte. Allerdings würden sich die Systemkosten durch die Steuerung der Speicher und des dahinterliegenden Stromnetzes erhöhen. Ein Problem sei zudem die Entsolidarisierung der Prosumer mit den herkömmlichen Strombeziehern. So wie die Netzentgelte gegenwärtig ausgestaltet seien, würden die Netzkosten bei zunehmendem Eigenversorgungsanteil „zudem tendenziell stärker auf Verbraucher umgelegt, die keine Eigenversorgung betreiben“, so das DIW. Das Institut bringt dazu eine Stärkung von Mieterstrommodellen ins Spiel und eine Weiterentwicklung der Netzentgeltabrechnung.
 
Das DIW empfiehlt generell, die solare Eigenversorgung bei der künftigen Planung des Energiesystems stärker zu berücksichtigen. „Diese Technologie entspricht dem Wunsch vieler Bürger in Deutschland, sich an der Energiewende zu beteiligen und sie kann durchaus einen wertvollen Beitrag zur Realisierung der Energiewende leisten“, sagt DIW-Energieökonomin Claudia Kemfert. Der Beitrag des DIW kann im Internet heruntergeladen werden.
 
Autor: Stefan Sagmeister
 
Weitere Informationen: https://www.diw.de/de