Anforderungen im Energiemanagement steigen: Ab 2017 muss die Verbesserung der energiebezogenen Leistung nachgewiesen werden

Zukünftig wird es schwerer, die ISO 50001 - Zertifizierung zu sichern / Neue ISO 50003 erhöht Forderungen / ISO 50015 und ISO 50006 bieten Hilfestellung / Praxiskurse der GUTcert Akademie vermitteln fundierten Überblick und Verfahrensweisen
nach Quelle: Pressemeldung GUTcert GmbH, 01. Dezember 2016

ISO 50001 sichert Compliance und Steuervorteile
Die Zertifizierung nach ISO 50001 steigt zunehmend in ihrer Bedeutung, denn neben dem Zugang zu steuerlichen Vergünstigungen sichert sie auch die Einhaltung gesetzlicher Forderungen aus dem EDL-G, die alle Unternehmen überhalb der KMU-Schwelle betreffen. Dementsprechend ist die Zahl der Zertifizierungen in Deutschland in kurzer Zeit auf ca. 6000 gestiegen (Stand 2015).

Achtung: Neue ISO 50003 sorgt ab 2017 für höhere Anforderungen
Die ISO 50003 ist die erste international gültige Norm, die in Verbindung mit der ISO/IEC 17021 Anforderungen zu Kompetenz, Konsistenz und Unparteilichkeit bei der Auditierung und Zertifizierung von Energiemanagementsystemen (EnMS) definiert.

Sie adressiert in erster Linie die akkreditierten Zertifizierungsstellen – mit einer Umsetzungsfrist bis zum 14.10.2017. Auf den zweiten Blick wird jedoch ersichtlich, dass von den Neuerungen auch all jene Unternehmen betroffen sind, die ein zertifiziertes EnMS implementiert haben oder die Zertifizierung ins Auge fassen.

Nachgewiesene Verbesserung der energiebezogenen Leistung ist Pflicht
So sieht die ISO 50003 explizit vor, dass das Verbessern der energiebezogenen Leistung und die daraus resultierende Beurteilung in die Zertifizierungsentscheidung einfließt. Das bedeutet, dass das Verfehlen der Verbesserungsziele als Abweichung gewertet wird. Können diese Abweichungen nicht behoben werden, droht der Entzug des Zertifikats.

Folglich stehen Unternehmen zukünftig vor der Herausforderung, nicht nur ihre Prozesse zu optimieren, sondern auch die durchgeführten Maßnahmen belastbar und plausibel nachzuweisen. Die Aktionspläne zur Steuerung und Überwachung von Einsparmaßnahmen rücken damit in den Fokus der Nachweisführung. Zudem muss das wirksame Personal im EnMS identifiziert werden, um Mitarbeiter mit wesentlichem Einfluss auf Energieverbrauch und Energieeffizienz gebührend einzubeziehen. Die Auditpraxis wird durch die Spezialisierung und den veränderten Blickwinkel der Auditoren auf die wesentlichen Energieeinsatzbereiche noch technischer.

ISO 50006 und ISO 50015 dienen als Leitlinien
Als Hilfestellung für die Anwender wurden die ISO 50006 und die ISO 50015 veröffentlicht. Beide Normen (Leitfäden) sind in Kürze auch in Deutsch als DIN-Normen verfügbar. Die ISO 50006 als Leitfaden zu Energieleistungskennzahlen (EnPI) und energetischen Ausgangsbasen stellt dar, wie unternehmensweite EnPI definiert und verwendet werden können. Die Norm unterstützt Unternehmen dabei, ihre Energieeffizienz anhand von Energie-Basislinien (EnB) und EnPI zu messen.

Die ISO 50015 hingegen zeigt Grundsätze und Leitlinien zur Messung und Verifizierung von Energieeffizienzverbesserungen auf.

Wie aus den Leitfäden ersichtlich wird, gibt es viele Möglichkeiten, um die Verbesserungen im Vergleich zur energetischen Ausgangsbasis darzustellen. Dies kann u.a. über den Nachweis von Kennzahlen bis hin zur Regressionsanalyse mit der Identifikation der Driver (Einflussfaktoren) und über den Vergleich des tatsächlichen Energieverbrauchs mit dem erwarteten Energieverbrauch erfolgen.

 

Weitere Informationen:
https://www.gut-cert.de/home.html