Texilbranche in Ostbayern

Nach mittelbayerische.de: "Stoff für die Zukunft aus Ostbayern.", 31. Juli 2017

Vor knapp vier Jahrzehnten beschäftigten Textil- und Bekleidungshersteller Tausende Menschen in Ostbayern. Mitte der 90er Jahre änderte sich dies schlagartig und die Beschäftigungszahlen gingen rasant zurück.
Nur wenige Betriebe konnten sich behaupten; in jüngster Zeit kommt ein neuer Aufschwung in die Branche. Große Hersteller wie MAC (Hosen) bestehen und halten sich gut, doch auch kleinere Unternehmen bewähren sich auf dem Gebiet. Beispielsweise Tavo: Das Unternehmen fertigt textile Ausstattung für Babys, Kinder und auch Erwachsene und beschäftigt heute 20-30 Mitarbeiter. Der Preiskampf ist groß, jedoch hat sich das Unternehmen auf eigene Marken spezialisiert und bedient eine Nische. Bettwäsche, Decken, Handtücher, langsam auch Textilien für Haustiere gehen über den Landentisch in der Regensburger Altstadt und über den neuen Onlineshop. Das Duo Vogel.Wuid, Florian Mühlbauer und Ludwig Begerl, beziehen die Textilien aus verschiedenen Fertigungsstätten der Welt, bestickt und bedruckt werden die Textilien in der Heimat. Die Textilien sind mit "#Lausbua", "#Lausdeandl", "Bixn" und ähnlichem bedruckt und vermarkten sich durch die Bekanntheit des Designs im Internet. Auch der Betrieb zweier Schwestern, "Schwesternliebe", setzt auf Einzigartigkeit und DIY. Gerade im Bereich für Kinderkleidung oder ähnlichem kommt diese Idee sehr gut an.  Das Hobby wurde zum Beruf.  Aber auch herkömmliche Textilproduzenten erwarten neue Trends. Wie beispielsweise Senbert. Zwar hat sich die Betriebsgröße verkleinert, aber das Spektrum an Aufgaben hat sich vergrößert. Hierbei hat Senbert einen Vorteil: Das Unternehmen modifiziert Maschinen und schafft sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil und den Zugang zu neuen Anwendungsfeldern: z. B. dem Bauwesen. Doch die Branche hat nach wie vor ein Imageproblem. Personalmangel ist die Folge, obwohl die Branche in den letzten Jahren ein Umsatzanstieg vorweist. Der Textilbereich wird facettenreicher, wie die Entwicklung von Smart Textiles oder von Bautextilien zeigen. Auch die internationale Nachfrage nach deutschen Produkten ist wieder angestiegen. Viele Unternehmen gehen von einem Umsatzwachstum im Jahr 2017 aus und auch der Gesamtverband texil+mode prognostizieren einen Anstieg.

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