Diskrepanz zwischen Interesse und Kaufbereitschaft

In einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (Dena) haben sich Autokunden zu ihrer Bereitschaft geäußert, E-Fahrzeuge zu kaufen. Die Zulassungszahlen sind jedoch ernüchternd.
nach Quelle: E&M PowerNews, 9. Dezember 2016

Jeder vierte potenzielle Neuwagenkäufer hat Interesse an einem alternativen Antrieb. Davon spielen die meisten (12 %) ernsthaft mit dem Gedanken, ein Elektro-Hybrid-Fahrzeug anzuschaffen. Fast genauso viele Kunden (11 %) äußerten die Absicht, ein reines Elektroauto zu kaufen. Für etwa 4 % der Befragten kommt ein Wasserstoff-, Erdgas- oder Flüssiggasantrieb in Frage. Die große Mehrheit (49 %) setzt jedoch weiterhin auf Benzinmotoren, während sich 21 % für einen Diesel entscheiden würden.

Quelle Grafik: dena/Emnid



Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative telefonische Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Dena. Insgesamt nahmen daran 1 088 potenzielle Neuwagenkäufer und 300 Neuwagenhändler teil.

Ob auf die Absichtserklärungen tatsächlich Taten folgen, bleibt abzuwarten. Sie würden jedenfalls einen signifikanten Zuwachs an Elektrofahrzeugen auf den Straßen hierzulande bedeuten, wenn auch auf niedrigem Niveau. Denn noch haben Fahrzeuge mit alternativen Antrieben in der Gunst der Käufer, gemessen an den Zulassungszahlen, einen sehr niedrigen Stellenwert. Gerade einmal 1,6 % der Neuzulassungen entfielen im vergangenen Jahr auf diese Kategorie. Im Vergleich zum Vorjahr dürften die Zahlen 2016 sogar rückläufig sein. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) in Flensburg wurden im November insgesamt 1 231 neue Elektrofahrzeuge zugelassen. Im Zeitraum zwischen 1. Januar und 30. November 2016 beläuft die Anzahl der gemeldeten E-Autos damit auf 10 076. Allerdings war im November gegenüber dem Vorjahresmonat ein Minus von 10,3 % zu verzeichnen. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 12 363 Elektrofahrzeuge zugelassen worden.

Ein grundsätzliches Interesse an Elektrofahrzeugen bekundeten zwar 46 % der Befragten, und immerhin 23 % gaben an, sich vorstellen zu können, ein Erdgasfahrzeug zu kaufen. Doch eine als unzureichend empfundene Infrastruktur, hohe Anschaffungskosten oder Zweifel an der Praxistauglichkeit der jeweiligen Technologie halten die Kunden letztlich vom Kauf eines Fahrzeugs mit umweltfreundlichem Antrieb ab. Darüber hinaus fühlen sich zwei Drittel nicht ausreichend über Alternativen informiert. Ob dies an einer mangelhaften Informationspolitik der Hersteller oder der eigenen Unzulänglichkeit der Kunden liegt, geht aus den Untersuchungsergebnissen jedoch nicht hervor.

Eine Internetplattform der Dena zum PKW-Label soll über die Alternativen informieren. Es geht dabei darum, den Käufern eine Orientierungshilfe zu geben und Fahrzeuge in verschiedene Effizienz- und Steuerklassen einzuordnen.

Autor: Fritz Wilhelm

Zur Umfrage:
https://www.dena.de/fileadmin/dena/Dokumente/Meldungen/16-Nov-dena-Umfrage-Pkw-Label.pdf
(PDF, 160KN