Klimaziele mit CO2-Steuer erreichen

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) schlägt eine nationale CO2-Steuer auf Strom vor, die den europäischen Emissionshandel ergänzen soll.
nach Quelle: E&M PowerNews, 12. Juli 2017
Wie die Klimaschutzziele der Bundesregierung mit dem Instrument einer CO2-Steuer zu erreichen sind, hat der BEE vom Berliner Analysehaus Energy Brainpool in einer Studie errechnen lassen. Damit für die Stromkunden keine Kosten dadurch entstehen, soll die vorhandene Stromsteuer in einer CO2-Steuer umgewandelt werden. Der künftige Preis für CO2 soll sich dem BEE-Vorschlag nach künftig aus den beiden Komponenten „Zertifikatepreis im europäischen Emissionshandel“ und „CO2-Steuer“ zusammensetzen. Im Jahr 2020 sollen Emissionen mit rund 25 Euro/t CO2 bepreist werden, was bei einem Zertifikatspreis von 5 Euro/t CO2 einen festen Steueraufschlag von 20 Euro/t CO2 bedeutet.
Die Berechnungen von Energy Brainpool zeigen, dass bereits ein CO2-Preis von 20 Euro pro Tonne die Emissionen im Stromsektor im Jahr 2020 um ein Drittel reduziert. Zudem wird bereits mit 20 Euro pro Tonne CO2 die Hälfte der Klimaschutzwirkung eines CO2-Preises von 80 Euro pro Tonne erreicht“, sagt Harald Uphoff, kommissarischer Geschäftsführer des BEE.
Mit der Einführung einer CO2-Steuer würden auch die Börsenstrompreise stabilisiert und damit die EEG-Umlage sowie die Förderkosten reduziert. Die EEG-Umlage könnte zusätzlich durch den Vorschlag des BEE, die Industrieprivilegien in den Bundeshaushalt zu verlagern, um 1,5 Ct/kWh gesenkt werden. Stromimporte in Folge einer nationalen CO2-Steuer können mit einem stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien vermindert werden. „Ein deutlich stärkerer Ausbau erneuerbarer Energien ist auch deswegen erforderlich, damit Deutschland seine verpflichtenden Ausbauziele für erneuerbare Energien erreichen kann“, so Uphoff.
Die Studie beleuchtet weiterhin verschiedene CO2-Steuersätze von 20 bis 75 Euro/t. Diese werden jeweils gegen ein Referenzszenario ohne nationale CO2-Bepreisung bewertet. Dabei werden die Klimaschutzwirkung auf nationaler und europäischer Ebene, der Beitrag zur Erreichung von Klimazielen und das Steueraufkommen berechnet. Außerdem werden die Entwicklung der Strompreise und sich daraus ergebende Effekte auf die EEG-Umlage sowie die Wirkung auf Stromimporte und Stromexporte analysiert. Laut Uphoff werde damit die Kohleverstromung reduziert, die Einspeisung aus Gaskraftwerken bleibe dagegen stabil.
 
Autor: Andreas Kögler