Wärmewende: Hausbesitzer befürchten Überforderung

Aktuelle Umfrage der GfK
nach Quelle: Pressemeldung Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO), 15. Dezember 2016

Drei Viertel der deutschen Hausbesitzer halten den Plan zur Energiewende im Gebäudebereich für nicht bezahlbar. Das zeigt eine neue, repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Rund 70 Prozent der Eigentümer halten daher massive staatliche Förderung für nötig, um die Klimaziele zu erreichen. Höhere Steuern für Heizöl und Erdgas lehnt dagegen eine große Mehrheit (87,5 Prozent) ab.

"Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass sich die Hausbesitzer hierzulande weniger Sorgen um die Vorreiterrolle Deutschlands in Sachen Klimaschutz als über die konkrete Umsetzung machen", erklärt GfK-Experte Herbert Lechner. Eine klare Mehrheit verbinde mit der Energiewende vor allem den Klimaschutz (71 Prozent), aber lediglich ein Fünftel denke dabei an eine besondere deutsche Rolle im Vergleich zu anderen Nationen. Mehr als die Hälfte verknüpft die Energiewende mit dem Energiesparen durch effiziente Heiztechnik. "Das deutet daraufhin, dass viele Hausbesitzer die Heizungserneuerung als eine naheliegende energetische Sanierungsmaßnahme ansehen", sagt Lechner.

In Auftrag gegeben wurde die GfK-Befragung unter rund 3.500 Besitzern von Ein- und Zweifamilienhäusern vom Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO). Dessen Geschäftsführer Adrian Willig weist darauf hin, dass die Kosten der Energiewende im Gebäudebereich bislang von der Politik vernachlässigt werden: "Ein relevanter Beitrag des Gebäudesektors für den Klimaschutz ist aber nur dann realistisch, wenn die dafür notwendigen Maßnahmen auch für die Menschen bezahlbar sind. Deswegen ist ein technologieoffener Wettbewerb um die besten und günstigsten Lösungen unverzichtbar."

Der Ausstoß von Treibhausgasen (THG) in Deutschland soll bis 2050 im Vergleich zum Jahr 1990 um 80 bis 95 Prozent sinken. Als Zwischenziel für das Jahr 2030 sieht der "Klimaschutzplan 2050" der Bundesregierung für den Gebäudebereich eine Minderung von 66 bis 67 Prozent vor. Das Sparen von Energie und der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien stehen dabei im Fokus. Langfristig sollen die Bereiche Industrie, Verkehr und Gebäude ihren Energiebedarf weitgehend mit Strom aus erneuerbaren Quellen decken. "Dieser Ansatz unterschätzt die Möglichkeiten, die bewährte und vor allem bezahlbare Technologien wie die Öl-Brennwerttechnik auch nach 2030 bieten können", meint Willig. Mit neuen flüssigen Brennstoffen könnten Öl-Hybridheizungen zukünftig mit deutlich geringeren Treibhausgasemissionen betrieben werden. "Öl-Brennwertheizungen, die heute bereits mit Solarthermie, Holz oder Grünstrom kombiniert werden, können langfristig eine klimaneutrale Perspektive haben", so Willig.

Für die Hausbesitzer in Deutschland ist die Brennwerttechnik offenbar für das Erreichen der Klimaschutzziele nicht verzichtbar. Knapp 70 Prozent sprechen sich für die Beibehaltung der staatlichen Förderung für den Einbau von Brennwerttechnik im Falle der Heizungssanierung aus. Ein Einbauverbot von sparsamen Brennwertheizungen in der Zukunft lehnen rund 72 Prozent der Hausbesitzer ab.

 

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